Wahnvorstellungen

Messerattacke in Linienbus: Täter soll nicht ins Gefängnis

Ihn diesem Bus kam es zu der Messerattacke (Archiv)

Ihn diesem Bus kam es zu der Messerattacke (Archiv)

Foto: Markus Scholz/dpa

Staatsanwaltschaft Lübeck will Unterbringung in Psychiatrie. 34-Jähriger muss sich wegen 48-fachen Mordversuchs verantworten.

Lübeck. Knapp fünf Monate nach der Messerattacke in einem Lübecker Linienbus hat die Staatsanwaltschaft die Unterbringung des mutmaßlichen Angreifers in einer Psychiatrie beantragt. In der Antragsschrift im Sicherungsverfahren werde dem 34 Jahre alten Mann unter anderem Brandstiftung und versuchter Mord in 48 Fällen vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Der Mann hatte am 20. Juli im Wahn in einem Linienbus Feuer gelegt, indem er mehrere mitgebrachte Spiritusflaschen in einem Rucksack in Brand setzte. Danach begann er mit einem Küchenmesser wahllos auf die Fahrgäste einzustechen. Dabei wurden laut Staatsanwaltschaft zwölf Menschen verletzt, für eines der Opfer bestand Lebensgefahr, es konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.

Täter sah sich Verschwörung ausgesetzt

Dabei sah sich der Täter nach Annahme der Staatsanwaltschaft wohl einer vermeintlichen Verschwörung ausgesetzt und hatte daher den Plan gefasst, alle Insassen des Busses durch das Feuer und die Messerstiche zu töten.

Da der 34-Jährige nach Auffassung einer forensisch-psychiatrischen Sachverständigen wegen einer psychischen Erkrankung zur Tatzeit schuldunfähig war, könne er nicht in einem Strafverfahren zur Verantwortung gezogen werden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Stattdessen muss das Gericht in einem Sicherungsverfahren über die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus entscheiden. Der 34-Jährige befindet sich bereits in der Psychiatrie.