Niedersachsen

Kammer fordert Staatsexamen für zugewanderte Ärzte

 4599 von 32.363 berufstätigen Ärzten haben eine ausländische Staatsbürgerschaft (Symbolbild)

4599 von 32.363 berufstätigen Ärzten haben eine ausländische Staatsbürgerschaft (Symbolbild)

Foto: Imago/Science Photo Library

Niedersachsens Gesundheitsministerin lehnt schärfere Regeln jedoch ab und verweist auf den großen Bedarf an Ärzten.

Hannover.  Die Ärztekammer Niedersachsen fordert, dass zugewanderte Ärzte das deutsche Staatsexamen nachholen. „Nur diejenigen, die das deutsche Staatsexamen erfolgreich absolviert haben, können eine ärztliche Versorgung auf dem gewohnt hohen Qualitätsniveau sicherstellen“, sagte Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker. Dieses Examen müsse für deutsche Staatsbürger genauso gelten wie für zugewanderte Bürger aus Drittstaaten oder aus Ländern außerhalb der EU.

Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) dagegen lehnte strengere Regeln ab und verwies auf den großen Bedarf an Ärzten. Aktuell hat rund ein Siebtel der Ärzte in Niedersachsen eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Keine einheitliche Regelung

Wenker kritisierte, bislang sei die Anerkennung ausländischer Ausbildungsnachweise in den Bundesländern nicht vergleichbar geregelt. Die Approbationsbehörden müssten bei jedem einzelnen Bewerber prüfen, ob die im Heimatland absolvierte Ausbildung mit dem deutschen Staatsexamen vergleichbar ist. Dies sei im Blick auf die Sicherheit der Entscheidung und den Schutz der Patienten „nicht ausreichend“, sagte die Lungenfachärztin, die auch Vizepräsidentin der Bundesärztekammer ist.

Landesweit haben nach Angaben der Ärztekammer gegenwärtig 4599 von 32.363 berufstätigen Ärzten eine ausländische Staatsbürgerschaft. Die meisten stammen aus Syrien, Rumänien, Russland, dem Iran und der Ukraine.