Hamburg

Wieder fallen Züge aus: Was ist da los beim Metronom?

Hamburg. Bei dem Bahnunternehmen Metronom ist es auf den Pendlerstrecken nach Hamburg erneut zu Zugausfällen gekommen: Zahlreiche Pendler, die am Montagmorgen von Lüneburg nach Hamburg fahren wollten, kamen deshalb zu spät zur Arbeit. Gleich drei Verbindungen nach Hamburg fielen innerhalb einer Stunde aus: 7.09 Uhr, 7.32 Uhr sowie 8.04 Uhr. Nur ein Ausfall war zuvor angekündigt worden. Die ungewöhnliche Strategie des Metronom, einzelne Zugverbindungen zu streichen, um weitere kurzfristige Ausfälle zu vermeiden, ist damit offenbar nicht aufgegangen.

In den vergangenen Wochen waren immer wieder Verbindungen auf den Strecken Hannover-Hamburg, Bremen-Hamburg und Cuxhaven-Hamburg spontan abgesagt worden. Grund dafür sind laut Metronom ein massiver Personalmangel sowie zwei defekte Fahrzeuge. Aber auch kurzfristige Krankmeldungen führen immer wieder zu Ausfällen, wie aus aktuellen Lage-Meldungen des Unternehmens hervorgeht. Ein Problem, das offensichtlich derzeit bei vielen deutschen Bahn-Unternehmen herrscht, wie es bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) heißt. „Bundesweit fehlen bis zu 1000 Lokomotivführer“, sagt der Hamburger GDL-Bezirksvorsitzende Hartmut Petersen. Die Unternehmen hätten Ausbildung und Einstellung seit Jahren vernachlässigt. Not-Bereitschaftsdienste wie früher seien abgebaut worden, um Personalkosten zu sparen. Stattdessen seien Mitarbeiter immer kurzfristiger eingesetzt worden. Oder sie seien wie beim Metronom mit Prämien dazu gelockt worden, auf Ruhetage zu verzichten, um Lücken noch schnell zu füllen.

„Geld ist aber nicht alles, wenn es um die Gesundheit geht“, sagt Petersen. Bei Krankmeldungen finde man deshalb häufiger keinen Ersatz mehr. Zu Engpässen komme es aber auch bei den Zugbegleitern, gerade in den Ballungsgebieten wie in Hamburg, wo es kaum bezahlbare Wohnungen gebe.