Friedrichskoog

Klagen abgewiesen: Friedrichskooger Hafen am Ende

Friedrichskoog.  Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat die Schließung des traditionsreichen Fischereihafens in Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) für rechtens erklärt. Die 3. Kammer des Gerichts wies am Dienstag die Klage der Gemeinde sowie eine Sammelklage mehrerer Anwohner und örtlicher Unternehmen gegen das Wirtschaftsministerium zurück. „Es gibt keinen Rechtsanspruch auf den Weiterbetrieb des Hafens“, sagte der Vorsitzende Richter Uwe Karstens. Wegen der besonderen Bedeutung für eine örtliche Werft wurde eine Berufung gegen die Entscheidung vor dem Oberverwaltungsgericht zugelassen.

Das Sterben des 160 Jahre alten Fischereihafens dauerte lange. Bereits eine frühere schwarz-gelbe Koalition aus CDU und FDP hatte aus Kostengründen beschlossen, Friedrichskoog als Landeshafen aufzugeben. Für den Vollzug war jetzt die Koalition aus SPD, Grüne und SSW zuständig. Der Hafen habe keine nennenswerte Verkehrsbedeutung mehr, hieß es. Zuletzt seien jährlich nur rund 100 Tonnen Krabben in Friedrichskoog angelandet worden. Von den 73 Kutter-Anläufen im Jahr koste jeder einzelne den Steuerzahler rund 10.000 Euro, rechnete das Kieler Wirtschaftsministerium vor.

Das Fahrwasser ist zum Teil keine zwei Meter tief, so dass immer mehr Fischer ihren Fang im wenige Seemeilen nördlich gelegenen Büsum anlanden. Friedrichskoog war in seiner Blütezeit mit fast 70 Kuttern zweitgrößter Krabbenfischereihafen in Schleswig-Holstein.