Brandserie am Kieler Ostufer: Kripo jagt mehrere Feuerteufel

Kiel. Das Kieler Ostufer kommt nicht zur Ruhe. Seit Ende 2014 brennt es dort immer wieder in Kellern oder Treppenhäusern von Mehrfamilienhäusern. „Ich bin immer bis 1 Uhr wach und schaue aus dem Fenster“, sagt Rentner Arthur Küllsen. „Aber wenn du dich ins Bett legst, dann kommen sie.“ Der 66-Jährige wohnt in einem sechsgeschossigen Wohnhaus im Stadtteil Ellerbek. Am anderen Ende seines Wohnblocks brannte es am Montagabend. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen.

Vor allem ältere Bewohner hätten Angst. „Ich nicht, aber meine Frau“, sagt der Rentner. Eine Nachbarin empfindet die Brandserie als „echt gruselig“. Als sie die Feuerwehr am Montag vor Ort im Einsatz sah, habe sie nur gedacht: „Das kann doch nicht wahr sein, jetzt schon wieder.“

Die Kieler Polizei spricht von zwei Brandserien in den Stadtteilen Gaarden, Ellerbek und Neumühlen-Dietrichsdorf mit einem Dutzend Bränden. Brennende Papiercontainer oder andere kleine Feuer zählt sie nicht dazu. „Wir gehen von mindestens zwei Tätern oder Tätergruppen aus“, sagt Polizeisprecher Oliver Pohl. Zahlreiche Hinweise seien eingegangen. „Eine heiße Spur ist aber nicht darunter.“

Die Staatsanwaltschaft setzte eine Belohnung von bis zu 5000 Euro für Hinweise aus, die zur Aufklärung führen. Meist brannte es in den späten Abendstunden auf dem Ostufer der Fördestadt. „Zum Glück hat es außer leichten Rauchvergiftungen nichts gegeben“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Krohn. „Ich mag gar nicht daran denken, dass der Täter auch aus den eigenen Reihen stammen könnte.“

Die Polizei hat ihr Ermittlerteam um zwei weitere Beamte verstärkt und die Streifen in den Stadtteilen erhöht. „Aber die Polizei kann ja auch nicht überall sein“, sagt Rentner Küllsen. „Die Täter müssen ausgekocht und clever sein“, vermutet er. „Die sind auf jeden Fall krank“, sagte eine Anwohnerin.

Auch der Ellerbeker Rainhard Spruth ist besorgt. Er lebt in einem ähnlichen Wohnblock. „Es kommt immer näher, langsam wird man unruhig“, sagt der 53-Jährige. Er gehe mittlerweile unruhig ins Bett. „Man beobachtet jeden, der ums Haus herumläuft.“ Der Kieler glaubt, dass es Trittbrettfahrer gibt. Im Stadtteil würden Rufe nach einer Bürgerwehr laut. „Das empfinde ich als gefährlich, weil es schnell in Selbstjustiz übergehen kann.“