Justizministerin informiert Landtag über Suizid in JVA

Kiel. Zwei Monate nach der vereitelten Geiselnahme im Lübecker Gefängnis hat der Landtag erneut über Konsequenzen debattiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Staat seine Fürsorgepflicht für die Justizvollzugsbeamten erfüllen kann. Justizministerin Anke Spoorendonk informierte über einen Selbstmord in der JVA. Am Freitagmorgen habe sie die Nachricht erhalten, „dass es einen Suizid eines Häftlings gegeben hat – Näheres wird zurzeit ermittelt.“ Sie versicherte, ein Zusammenhang zur Geiselnahme im Dezember bestehe nicht. An Heiligabend hatten mehrere Gefangene einen Beamten mit einem Messer bedroht. Die JVA-Leiterin Agnete Mauruschat hatte darüber nicht sofort Polizei und Staatsanwaltschaft informiert. Die Anklagebehörde ermittelt wegen des Verdachts der Strafvereitelung gegen die inzwischen suspendierte Mauruschat und gegen einen Beamten, der angeblich einen am Boden liegenden Gefangenen misshandelt haben soll.