Hannover

93-Jähriger ab April wegen NS-Verbrechen vor Gericht

Ein 93 Jahre alter Mann muss sich als ehemaliger Freiwilliger der Waffen-SS wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen vom 21. April an vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, 1944 im Vernichtungslager Auschwitz zurückgelassenes Gepäck angekommener Häftlinge weggeschafft zu haben. Dem 93-Jährigen sei bewusst gewesen, dass die als nicht arbeitsfähig eingestuften überwiegend jüdischen Häftlinge nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet wurden. Dem Verfahren haben sich nach Angaben des Gerichts mittlerweile 55 Nebenkläger angeschlossen. Bis Ende Juli sind bislang 26 weitere Verhandlungstage anberaumt.