Opposition will Akteneinsicht zu Geiselnahme in JVA

Kiel . Die Opposition im Kieler Landtag will die Akten rund um die Geiselnahme zu Weihnachten in der JVA Lübeck einsehen. Zu diesem Zweck habe die Opposition ein sogenanntes Akteneinsichtsbegehren auf den Weg gebracht, um alle Papiere des Justizministeriums auf mögliche Ungereimtheiten durchzuwälzen, berichteten die „Lübecker Nachrichten“. Man wolle wissen, wann Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) „beziehungsweise ihr Stab konkret von den einzelnen Vorgängen gewusst haben“, sagte die CDU-Justizpolitikerin Barbara Ostmeier dem Blatt.

Das sei angesichts der schlechten Informationspolitik Spoorendonks und der augenfälligen Widersprüche der einzige Weg, Klarheit über die Abläufe zu erhalten. In der JVA Lübeck hatten vier Insassen einen Beamten mit einem Messer bedroht und überwältigt. Kurze Zeit später befreiten andere JVA-Mitarbeiter ihren Kollegen und vereitelten den Fluchtversuch der Gefangenen. Nach den Ereignissen war die Polizei eher zufällig informiert worden.

Im Zuge des Vorfalls geriet Spoorendonk in die Kritik. Vor allem die CDU warf ihr fehlerhaftes Krisenmanagement vor und forderte Spoorendonks Rücktritt. In der vergangenen Woche berief Spoorendonk die Lübecker Gefängnisleiterin Agnete Mauruschat ab und leitete ein Disziplinarverfahren gegen sie ein.