Schneeurlauber erobern den Harz

Winterglatte Straßen bringen aber in vielen Teilen Norddeutschlands die Autofahrer ins Rutschen

Hannover/Braunlage. Der mit den Zeugnisferien zusammenfallende erneute Wintereinbruch am Wochenende bescherte dem Harz gute Wintersportbedingungen mit einer dicken Schneedecke. Die Kombination erfüllte die Hoffnungen des Hotel- und Gaststättengewerbes auf ein umsatzstarkes Wochenende. Auf der Bundesstraße 4 von Bad Harzburg nach Braunlage – der Haupteinfallroute in den Harz – waren nach Polizeiangaben zahlreiche Autofahrer damit beschäftigt, Schneeketten an ihren Fahrzeugen aufzuziehen. Immer wieder kamen dort Wagen ins Rutschen.

Die idealen Wintersportbedingungen sorgten im Harz für lange Warteschlangen an den Skiliften. „Der Andrang hier ist enorm“, sagte Traute Nohr, die am Rathauslift in Braunlage die Wintersportler abfertigt. „Die Laune ist super, wir haben wunderbaren Schnee.“

Loipen und Skiwanderwege sind nach Angaben der Tourismusbranche ideal für die vielen Tages- und Wochenendausflügler. „Es ist sehr, sehr voll hier, wir haben alle Hände voll zu tun“, sagte auch eine Mitarbeiterin des Bocksberg-Skilifts in Hahnenklee. Zudem lockten am Wochenende in vielen Orten auch Volksfeste mit ihren Attraktionen.

Im Verkehr lief es am Wochenende dagegen weniger rund. Ein Zug der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) stieß am Bahnhof Drei Annen Hohne mit einem Auto zusammen. Nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und HSB blieb es bei einem Blechschaden. Zum genauen Unfallhergang an einem unbeschrankten Bahnübergang konnten noch keine Angaben gemacht werden. Wegen des Unfalls musste die Brockenbahnlinie kurzzeitig unterbrochen werden. „Es kam im gesamten System zu 45 Minuten Verspätung“, sagte HSB-Sprecher Dirk Bahnsen. Größere Schäden wurden an der Dampflok nicht festgestellt. Ab Mittag lief der Zugbetrieb wieder fahrplanmäßig.

Auf schneebedeckten und winterglatten Straßen kam es in weiten Teilen Niedersachsens, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern, zu Verkehrsbehinderungen und Unfällen. In den meisten Fällen war nach Polizeiangaben überhöhte Geschwindigkeit auf der eisglatten Fahrbahn Unfallursache. Eine 39-Jährige starb in der Region Hannover, als ihr Wagen auf einer Kreisstraße ins Schleudern kam und gegen einen Baum prallte.

Auf der Autobahn 7 war am Sonnabend die Fahrspur Richtungen Norden für etwa eine Stunde weitgehend blockiert. Ursache war ein acht Kilometer langer Rückstau an der Landesgrenze zu Hessen, nachdem ein Lastwagen ins Rutschen gekommen war. Vor allem auf Brücken und Teilen der Autobahnen warnte die Polizei vor Glätte. Mehrere Nebenstraßen – so im Landkreis Diepholz – waren unpassierbar.