Schulpsychologen fordern mehr Stellen

Hannover. Angesichts neuer Aufgabenfelder fühlen sich die niedersächsischen Schulpsychologen zunehmend überlastet. So ist beispielsweise die Krisen- und Notfallberatung etwa bei Amokdrohungen oder Unfällen hinzugekommen. Auch der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung zieht mehr Arbeit nach sich. "Wenn ich alle Schüler inklusiv beschule, habe ich auch mehr Stress in der Schule", sagte Bernd Deseniß, niedersächsischer Landesbeauftragter für Schulpsychologie im Bundesverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP).

In keinem anderen Bundesland muss ein Schulpsychologe so viele Jungen und Mädchen betreuen wie in Niedersachsen. Daher plädieren die Berufsverbände für eine Aufstockung der Stellen. Auf 16.118 niedersächsische Schüler kam zum Schuljahr 2013/2014 statistisch gesehen ein Schulpsychologe. Im Bundesdurchschnitt sind es 8617 Schüler, die von der Kultusministerkonferenz empfohlene Mindestversorgung liegt bei 5000 Schülern.

Das Kultusministerium in Hannover verweist darauf, dass mit dem Stellenaufbau begonnen wurde. Demnach standen im Haushaltsplan 2014 84 Planstellen für Diplompsychologen zur Verfügung, für 2015 wurden 91 Stellen ausgewiesen.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.