Prozess

AfD-Mitglied in Schwerin wegen Reizgasattacke angeklagt

Zwei junge Männer haben im Mai den Infostand der Partei aus Protest mit Papierkonfetti beworfen. Der 52-jährige Polizeibeamte und AfD-Politiker soll sie daraufhin mit Pfefferspray besprüht haben.

Schwerin. Er ging mit Reizgas gegen Konfetti-Werfer vor: Wegen gefährlicher Körperverletzung ist ein Mecklenburger AfD-Mitglied von der Staatsanwaltschaft Schwerin jetzt angeklagt worden.

Der 52-jährige Polizeibeamte, auch Mitglied im Kreisvorstand der europakritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD), soll Mitte Mai an einem Informationsstand seiner Partei zwei Männer von 19 und 20 Jahren mit Pfefferspray besprüht haben, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatten die jungen Männer den Infostand aus Protest mit Papierkonfetti beworfen. Die Angegriffenen erlitten Hautrötungen und Augenreizungen, sie mussten ärztlich behandelt werden, wie es hieß.

In einem Geschäft nebenan kaufte der Beschuldigte den Erkenntnissen zufolge ein ähnlich aussehendes, sogenanntes Tierabwehrspray nach, nachdem er die ursprüngliche Kartusche entsorgt hatte. Der 52-Jährige gab an, ihm sei bewusst gewesen, dass die Polizei nach dem Verbleib der Pfefferspraykartusche fragen würde.

Allerdings versprühte der Beklagte das nachgekaufte Reizgas direkt vor Ort – um es auszuprobieren, wie er später erklärte. Mehrere Passanten bekamen dadurch Hustenanfälle, eine Frau kam mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.

Der AfD-Politiker habe die Tatvorwürfe im Kern eingeräumt, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Durch seinen Verteidiger ließ er erklären, er sei wegen der Konfettiwürfe in Panik geraten.

( (dpa) )

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