Insolvenz

Gläubiger beraten über die Zukunft des „Traumschiffs“

Früher kreisten Möwen über der MS „Deutschland“, jetzt ist es der Pleitegeier. Um das „Traumschiff“ zu retten, werden die Gläubiger auf Geld verzichten müssen. Darüber beraten sie in München.

München/Lübeck. Wie geht es weiter mit der MS „Deutschland“? Darüber wollen am Mittwoch in München die Anleihegeber bei einer Gläubigerversammlung in München beraten. Zunächst wollen sie einen gemeinsamen Vertreter wählen, der die Interessen der Gläubiger im anstehenden Restrukturierungsprozess vertritt.

Die MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft mbH, der das als ZDF-„Traumschiff“ bekanntgewordene Kreuzfahrtschiff gehört, hat rund 56 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Davon sind nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters 50 Millionen Euro Anleiheschulden. Vergangene Woche begann das vorläufige Insolvenzverfahren.

Als Gläubigervertreter stehen bislang der auf Kapitalanlagerecht spezialisierte Rechtsanwalt Klaus Nieding und Stefan Ulrich von der Unternehmensberatung STU Management Partners zur Wahl. Der von der Beteiligungsgesellschaft vorgeschlagene frühere bayerische Ministerpräsident Günter Beckstein (CSU) hatte seine Kandidatur schon vor einiger Zeit zurückgezogen.

Der Gläubigervertreter soll umfangreiche Entscheidungsbefugnisse erhalten. So soll er unter anderem für die mehreren hundert Anleihegeber dem Verzicht auf ihre erstrangigen Hypothekenforderungen zustimmen können. Für diese Ermächtigung müssen jedoch mindestes 50 Prozent der Anleihegläubiger anwesend sein. Durch den Verzicht auf die Hypothekenforderungen könnte nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters bei einem Verkauf des Schiffes ein besserer Preis erzielt werden.