Krankenhäuser im Norden fordern mehr Geld vom Bund

Kiel . Viele Krankenhäuser in Schleswig-Holstein leiden unter chronischer Geldnot. Weil ihre Leistungen bundesweit mit am schlechtesten vergütet werden und die Tarife deutlich stärker steigen als ihre Budgets, sparen die Kliniken beim Personal, vor allem in der Pflege. „Arbeitsverdichtung und Belastung der Mitarbeiter sind unerträglich geworden“, sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Bernd Krämer. Die Investitionsmittel reichten vorne und hinten nicht. Vertreter aller 92 Krankenhäuser im Land wollen an diesem Montag im Bundesgesundheitsministerium in Berlin eine bessere Finanzausstattung fordern.

Für die Kliniken im Land sei ein Investitionsbedarf von 500 Millionen Euro errechnet worden, sagte Krämer. Dem Land lägen Anträge mit einem Volumen von 320 Millionen Euro vor, aber die jährliche Förderung betrage nur 40 Millionen. Weil das Land allein die benötigten Mittel nicht aufbringen könne, müsse der Bund helfen. Die Krankenhäuser verlangen weiterhin, den sogenannten Basisfallwert auf den Bundesdurchschnitt zu erhöhen. Nach diesem Wert werden die Leistungen der Krankenhäuser vergütet. Derzeit liegt der Norden um rund 1,3 Prozent unter dem Bundesmittel. Die Differenz bedeutet ein Minus von 23 Millionen Euro. Hätte der Norden den Wert von Rheinland-Pfalz, bekämen die hiesigen Kliniken sogar jährlich 123 Millionen Euro mehr.

Als die Fallpauschalen festgelegt wurden, sei Schleswig-Holstein auf einem niedrigen Niveau gestartet, weil seine Krankenhäuser besonders wirtschaftlich gearbeitet hätten, sagte Krämer. Dafür würden sie bis heute bestraft. Nachdem Schleswig-Holstein lange den bundesweit niedrigsten Wert hatte, steht es infolge einer Erhöhung seit diesem Jahr mit acht weiteren Ländern auf einer Ebene.

Bundesweit schreibt jedes zweite Krankenhaus rote Zahlen.