Ludwigslust

Atomgegnerin soll Züge gestoppt haben - Prozess wegen Nötigung

Laut Strafbefehl sollte die Frau 1800 Euro bezahlen. Sie erhob Einspruch, weil andere Gleis-Blockierer für die gleiche Aktion mit einem Bußgeld in Höhe von 35 Euro davongekommen sind.

Ludwigslust. Wegen einer Gleisblockade bei einem Castor-Transport muss sich seit Dienstag eine 55-Jährige aus Uelzen wegen Nötigung in Mecklenburg-Vorpommern vor Gericht verantworten.

Ende 2010 soll Ulla Busse mit 20 Atomkraftgegnern den Zug aus Cadarache (Südfrankreich) bei Ludwigslust gestoppt haben. Kurz zuvor habe die Gruppe zwei Regionalzüge zum Halten gezwungen, die sie für den Castor-Transport hielt, sagte der Staatsanwalt bei der Verlesung der Anklage im Amtsgericht Ludwigslust.

Laut Strafbefehl sollte die Frau 1800 Euro bezahlen, hat jedoch Einspruch erhoben. Unter anderem argumentierte ihr Verteidiger, dass Blockierer eines Gleises bei einem Castor-Transport zwei Monate später mit einem Bußgeld in Höhe von 35 Euro davongekommen seien.