Brunsbüttel: Experten entdecken weitere rostige Atommüll-Fässer

Brunsbüttel. Im stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel sind 55 von 251 untersuchten Atommüll-Fässern stark beschädigt. „Wir hatten bei Öffnung der Kaverne I bereits mit größeren Schäden gerechnet. Das Ausmaß übertrifft aber unsere Befürchtungen“, sagte Energieminister Robert Habeck (Grüne). In den Fässern befindet sich aus dem Reaktorbetrieb stammender Atommüll. Vor allem sind das Filterharze und Verdampferkonzentrate.

Ursprünglich sollten die Atommüll-Fässer seit vielen Jahren im Endlager Schacht Konrad in Niedersachsen aufbewahrt werden. Dieses steht aber noch nicht bereit. Wann es in Betrieb gehen kann, ist offen. Von den aktuell untersuchten Fässern mit schwach- bis mittelradioaktivem Müll ist eines deformiert, bei anderen sind Wände zerstört und Konturen sowie die Übergänge zwischen einzelnen Behältern teils nicht mehr erkennbar. Dort lagern unterirdisch 631 Fässer. Wie bereits bei der Begutachtung von Kaverne II festgestellt, entdeckten die Kameras auch im Lagerraum I ausgetretene Fassinhalte. Bis Mittwoch wurden 36 der 120 Fässer inspiziert. Davon sind 17 Fässer mit Verdampferkonzentrat stark beschädigt. Habeck forderte Vattenfall auf, das Bergungskonzept erneut zu erweitern, damit auch die deformierten Fässer sowie die Fassinhalte am Boden aus der Kaverne entfernt werden können. Zudem sei eine zügige Bergung nötig.

Die aktuelle Untersuchung der Kaverne I dauert voraussichtlich bis Anfang Oktober. Im Laufe des Jahres werden danach die ausstehenden Kavernen III und VI mit der Spezialkamera untersucht. Minister Habeck sagt: „Wir rechnen auch hier damit, weitere Fässer mit starken Schäden zu finden.“

Vattenfall-Geschäftsführer Pieter Wasmuth sagte, die Untersuchungen lägen im Zeitplan. Die Ergebnisse würden in die Weiterentwicklung des Bergungskonzepts einfließen.