„Norddeutsche brauchen nur drei Worte für eine Unterhaltung“

Kiel. Liv Hambrett ist eine australische Autorin und Bloggerin, die seit 2010 in Deutschland lebt und ihre Migrationserfahrung zuletzt mit dem Buch „What I know about Germans – 101 Observations“ teilte. Dort stellt sie auf humorvolle Art Thesen auf, wie sich die kulturellen Unterschiede im Vergleich zu ihrer Heimat im Alltag bemerkbar machen. So wundert sie sich zum Beispiel, dass sich Deutsche in Supermarktschlangen nie unterhalten würden, was in der australischen Metropole Sydney gang und gäbe sei.

Seit fast zwei Jahren wohnt Hambrett in Kiel und hat in einem Blog nun auf die Besonderheiten eines „typischen Norddeutschen“ aufmerksam gemacht – aus Sicht einer Australierin. Im Gegensatz zur Oberpfalz, wo Hambrett ebenfalls eine Zeit lang wohnte, sei die Effizienz der Konversation unter den Nordlichtern erstaunlich. „Sie sind direkt, selbstironisch, lustig und zufrieden mit sich und der Welt“, sagt Hambrett. So könnten Norddeutsche eine komplette Konversation mit nur drei Schlüsselwörtern führen: „Moin“, „Jo“ und „Mmmmmm“.

„Wenn ein Norddeutscher seine Freunde grüßt, passiert das oft nur mit dem einen Wort ‚Moin‘ oder auch gefolgt von einem lang gezogenen ‚Naaa‘, was so viel heißen soll wie ‚wie geht es dir?‘. Diese Frage kann ebenfalls mit einem ‚Naaa‘ beantwortet werden“, stellt die Englischlehrerin aus Australien in ihrem Blog fest.

Auch das Wort „Jo“ hat es ihr angetan. „Wir Australier verabschieden uns oft ewig: Okay dann, alright, gut, yep, hört sich gut an, bleiben in Kontakt, ich auch, pass auf dich auf, ja werde ich auch, wir sprechen, yep, yep, byeeeee. Norddeutsche verabschieden sich mit ´‚Jo! Tschüs‘ – und das ist das Ende der Konversation.“

Der Blog der Australierin Liv Hambrett ist zu finden unter abendblatt.de/livhambrett