Bad Nenndorf

Hakenkreuze auf jüdischem Mahnmal vor Neonazi-Aufmarsch

Jedes Jahr kommen in Bad Nenndorf Rechtsextreme zu einem Neonazi-Aufmarsch zusammen. Nun haben Unbekannte wenige Tage vor der Demo ein jüdisches Mahnmal mit Hakenkreuzen beschmiert.

Bad Nenndorf. Wenige Tage vor dem alljährlichen Neonazi-Aufmarsch von Rechtsextremen haben Unbekannte ein jüdisches Mahnmal in Bad Nenndorf geschändet. Der Gedenkstein der Jüdischen Gemeinde wurde nach Polizeiangaben in der Nacht zum Montag mit Hakenkreuzen beschmiert. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Tat im Zusammenhang mit dem für Samstag angemeldeten Neonazi-Aufmarsch steht“, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Ermittler haben ein Strafverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Seit 2006 marschieren Neonazis aus ganz Deutschland jeweils an einem Augustwochenende durch Bad Nenndorf (Landkreis Schaumburg) zum Wincklerbad. Es wurde in der Nachkriegszeit von den Briten als Verhörzentrum und Militärgefängnis genutzt. Historisch belegte Übergriffe unter anderem auf Wehrmachtssoldaten nehmen die Rechten immer wieder zum Anlass, um NS-Verbrechen zu relativieren.

Für Sonnabend rechnet die Polizei wie im Vorjahr mit rund 300 Neonazis. Erneut seien auch mehrere Gegenkundgebungen angemeldet worden, darunter vom bürgerlichen Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“, sagte die Sprecherin. Die Polizei bereite sich gründlich vor, damit es nicht zu Gewalt kommt. Im vergangenen Jahr hatten insgesamt 1200 Menschen gegen den Neonazi-Aufmarsch demonstriert.