Vattenfall will Zwischenlager in Brunsbüttel bauen

Brunsbüttel. Der Betreiber des stillgelegten Atomkraftwerks Brunsbüttel hat den Bau eines Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Stoffe auf dem Kraftwerksgelände beantragt. Hintergrund sei die verspätete Inbetriebnahme des Endlagers Schacht Konrad in Salzgitter, teilte der Energiekonzern Vattenfall mit.

In dem Lager sollen Abfälle aus dem Rückbau und Betriebsabfälle so lange gelagert werden, bis Schacht Konrad zur Verfügung stehe. Dazu gehören neben den in den unterirdischen Kellerräumen, sogenannten Kavernen, gelagerten Abfälle auch solche, die in den beiden Transportbereitstellungshallen aufbewahrt werden. Ebenso ist das Zwischenlager für Abfälle aus der belgischen kerntechnischen Anlage Mol vorgesehen, die bereits auf dem Gelände lagern.

„Mit dem Rückbau von Schleswig-Holsteins ältestem Atomkraftwerk wird der Atomausstieg vollzogen“, sagte Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne). „Dazu gehört es auch, die schwach- bis mittelradioaktiven Abfälle so sicher wie möglich auf dem Gelände des Kernkraftwerks Brunsbüttel zu lagern, bis das dafür vorgesehene Endlager Schacht Konrad zu Verfügung steht.“

In Brunsbüttel lagern in sechs unterirdischen, wegen der Enge nicht begehbaren Betondepots 631 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen – Filterharze, Verdampferkonzentrate und Mischabfälle aus dem Reaktorbetrieb. Einige der Fässer sind rostig. Für Mitarbeiter des AKW und die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, teilte das Ministerium damals mit. Es wird damit gerechnet, dass weitere rostige Fässer gefunden werden. Vattenfall kündigte weitere Informationsveranstaltungen für Anwohner an.