Rostock

Hunderte Menschen demonstrieren gegen NPD-Aufmarsch

Die Rostocker müssen sich am Donnerstag auf erhebliche Verkehrsbehinderungen im gesamten Stadtgebiet einstellen. Hunderte Gegendemonstranten sind bereits in dem Stadtteil zusammengekommen.

Rostock. Im Rostocker Stadtteil Groß Klein haben sich am Donnerstagvormittag rund 800 Menschen zu einer Gegendemonstration gegen den geplanten NPD-Aufmarsch versammelt. Inzwischen ist der S-Bahn-Verkehr von der Innenstadt nach Groß Klein eingestellt.

Nach Polizeiangaben brennen dort im Bereich des Holbeinplatzes mehrere Güterwaggons. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. Möglicherweise soll dadurch die Anreise von NPD-Sympathisanten verhindert werden. Der geplante NPD-Aufmarsch soll um die Mittagszeit beginnen.

Im gesamten Stadtgebiet sind 25 Gegendemonstrationen angemeldet worden. Unklar ist, wie viele Demonstrationen tatsächlich stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hatte das geplante Demokratiefest mit mehreren Hundert Teilnehmern in Groß Klein verboten. Ein Demonstrationszug vom nahen Bahnhof Lichtenhagen nach Lütten Klein von 10 Uhr an war mit der Auflage genehmigt worden, dass die Demonstranten bis 12 Uhr Groß Klein verlassen. Die Polizei forderte alle Beteiligten zu friedlichen Kundgebungen auf. „Wir werden konsequent gegen Gewalttäter vorgehen“, twitterte die Polizei. Der Pastor der Innenstadtgemeinde Rostock, Tilman Jeremias, rief vor Beginn des Aufmarsches zu friedlichen Protesten auf. Er warb bei einer Friedensandacht in der Petrikirche für eine offene Gesellschaft. Der 1. Mai sei ein Tag, an dem die Würde des Menschen im Mittelpunkt stehe. Er sei ein Feiertag für Familien und Gewerkschaften und werde von den Extremisten missbraucht.