Schnellwege für E-Räder sollen Unfälle verhindern

Hannover. Weniger verletzte Radfahrer, aber drei Tote mehr als im Vorjahr: Die Unfallstatistik 2013 zeigt nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) keine Besserung für den Radverkehr in Niedersachsen. „Das ist Stagnation und zeigt: Da muss noch viel passieren. Es fehlt immer noch das große Umdenken bei der Verkehrsplanung – weg vom Autoverkehr, hin zum Radverkehr“, sagte ADFC-Vorsitzender Dieter Schulz. Überwiegend seien Autofahrer und besonders abbiegende Lastwagen die Hauptverursacher bei schweren Unfällen mit Radfahrern. Laut einer dpa-Umfrage in Niedersachsen versuchen viele Städte mehr für Radfahrer zu tun:

Ob Oldenburg, Hannover, Göttingen oder Braunschweig: Die Kommunen arbeiten an ganz unterschiedlichen Lösungen. In der Universitätsstadt Göttingen sind etwa E-Rad-Schnellwege ein Thema, damit Studierende sicher und flott vom Bahnhof zum Campus kommen. Die Verkehrsbetriebe (GöVB) bieten im gesamten Liniennetz eine kostenlose Fahrradmitnahme an, auch in Regionalbussen ist dies möglich.

Mit einem Spitzenplatz beim ADFC-Fahrradklimatest schnitt 2012 Braunschweig ab, wo Schutzstreifen für Radfahrer und vorgezogene Aufstellflächen an Ampelkreuzungen für Radfahrer angelegt wurden. Gute Beispiele gibt es auch in der Fläche: Bereits dreimal hat der Landkreis Grafschaft Bentheim den Spitzenplatz als fahrradfreundlichste Region im Land geholt.

Derzeit hat die Landesregierung zwar kein Präventionskonzept, um Unfälle mit Radfahrern zu verringern. Alle Polizeidirektionen böten jedoch Schulungskonzepte an, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Schulungen müssten sich aber besonders an Autofahrer richten, rät der Oldenburger Verkehrsplaner Norbert Korallus. „Mehr als die Hälfte der Unfallverursacher mit beteiligten Radfahrern kommen aus dem Autoverkehr. Bei Abbiege-Unfällen sind es sogar 90 Prozent.“