Strengere Auflagen für Karussells – Schausteller besorgt

Hamburg. Schausteller auf dem Hamburger Dom müssen mit strengeren Kontrollen rechnen. Die Europäische Union hat mit der neuen Norm DIN EN 13814 die Sicherheitsanforderungen für Fahrgeschäfte erhöht, um Unfälle auf Volksfesten zu verhindern. Deutschland geht noch weiter als die EU-Norm, die nur für neue Anlagen gilt: Die Bundesländer haben auch die Anforderungen für alte Karussells und Achterbahnen verschärft.

Dagegen protestieren die Betreiber. Sie seien, schreibt der Schaustellerbund, „teilweise vollkommen unverhältnismäßigen Pflichten ausgesetzt“. Die Kosten dieser Prüfungen könnten für eine Vielzahl kleinerer Betriebe existenzbedrohend sein. Bundesgeschäftsführer Frank Hakelberg: „Das Ganze ist so, als würde jemand verlangen, dass ein immer unfallfrei fahrender Käfer aus den 1970er-Jahren plötzlich ABS haben muss.“

Der Hamburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete und Europakandidat Roland Heintze kritisiert Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD). „Der Vorgang zeigt einmal mehr, was schiefgehen kann, wenn anstatt einer 1:1-Umsetzung von EU-Richtlinien die Bürokraten der Bundesländer noch einmal draufsatteln.“ Die Stadtentwicklungsbehörde geht nach eigenen Angaben „mit den von der EU geforderten Prüfungen sehr flexibel um, damit die finanziellen Belastungen für die Schausteller überschaubar bleiben“.