Bahnhöfe werden versteigert – auch Soltau und Hitzacker

Hitzacker. In Berlin werden Anfang April 15 Bahnhöfe versteigert. Die Mindestgebote für die Empfangsgebäude in insgesamt sechs Bundesländern liegen zwischen 1000 und 60.000 Euro.

Unter den Hammer kommen am 4. April auch die Empfangsgebäude der Bahnhöfe von Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg) und Soltau (Heidekreis). Der denkmalgeschützte Klinkerbau in Hitzacker liegt an der Strecke von Lüneburg nach Dannenberg. Das um 1872 errichtete Empfangsgebäude hat laut Auktionskatalog rund 1060 Quadratmeter, das dazugehörige Grundstück etwa 1170 Quadratmeter. Das Mindestgebot liegt bei 32.000 Euro. Mitte März wurde ein Verein gegründet, dessen Mitglieder einen Kulturbahnhof mit Ateliers planen. Während der Castor-Transporte mit hoch radioaktivem Atommüll Richtung Gorleben wurde das Bahnhofsgelände von der Polizei stets stark gesichert.

Der Bahnhof in Soltau mit seiner hellen Stuckfassade stammt aus der gleichen Zeit wie das Gebäude in Hitzacker. Das Mindestgebot liegt bei 49.000 Euro. Das in den Gebäuden vorhandene Zubehör wie Stromversorgungsanlagen, Bahnsteigbeleuchtung oder Bahnhofsuhr wird nicht versteigert. Hier muss der Bahn ein Wege-, Nutzungs- und Unterhaltungsrecht gesichert werden.

„Viele Bahnhofsgebäude stehen leer und werden nicht mehr gebraucht“, sagte ein Bahnsprecher in Hamburg. „Die Gebäude ließen sich prima für Wohnungen, Künstlerateliers oder Restaurants nutzen.“ Fast alle der angebotenen Bahnhöfe liegen an noch genutzten Strecken. Interessenten können auch telefonisch mitbieten.