Prozess um Dioxinfutter geplatzt

Vechta. Der deutschlandweit erste Prozess nach dem Skandal um Dioxin in Futtermitteln ist geplatzt. Ein Richter des Amtsgerichts Vechta erklärte eine Kollegin für befangen, die die Vorsitzende Richterin in dem Verfahren ist. Damit gab der Jurist einem Antrag der Verteidigung recht. Die Anwälte der beiden angeklagten Ex-Manager eines Futtermittelherstellers aus dem Kreis Vechta hatten im Laufe des Verfahrens etwa 15 Befangenheitsanträge gestellt.

Diesmal wurde dem Antrag stattgegeben, weil die Richterin in der Verhandlung am 17. Januar in Richtung Verteidiger und Angeklagte gesagt habe, diese würden sowieso in Berufung gehen. Den Ex-Managern wird vorgeworfen, ihren Kunden eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für ihr Futter ausgestellt zu haben, obwohl sie bereits von einer Dioxinbelastung wussten. Beide bestreiten die Vorwürfe.

Nach Angaben von Gerichtssprecherin Mechthild Beckermann muss nun eine andere Richterin mit dem Fall komplett neu beginnen. „Sie steigt nicht einfach in das laufende Verfahren ein.“ Termine gebe es noch nicht.

Der Dioxinskandal war Ende 2010 bekannt geworden. Eine Firma aus Schleswig-Holstein hatte verunreinigtes Futterfett verkauft. Das Unternehmen belieferte unter anderem den Betrieb im Kreis Vechta.

Die beiden ehemaligen Geschäftsführer stehen seit März vergangenen Jahres wegen Verstößen gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch vor Gericht.