Halbzeit im Mordprozess um Tod des Kirchweyher Streitschlichters

Verden. Der Mordprozess um den Tod eines 25 Jahre alten Streitschlichters in Kirchweyhe hat vor dem Landgericht Verden möglicherweise seine Halbzeit erreicht. Seit Ende September hat die Jugendkammer in dem Verfahren gegen den 20 Jahre alten Angeklagten zahlreiche Zeugen gehört. Die Tat in der Nähe von Bremen im März 2013 hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Da der Angeklagte eine Schuld am Tod des 25-Jährigen abstreitet, muss die Kammer versuchen, die Geschehnisse im Indizienprozess mit Hilfe einer Vielzahl von Zeugenaussagen zu entwirren. Und genau das ist für die Kammer schwierig, weil sich etliche der meist jugendlichen Zeugen vor Gericht nicht mehr besonders gut an das erinnern, was sie in den polizeilichen Vernehmungen gesagt hatten.

Die Gewalttat spielte sich nach der nächtlichen Rückkehr einer Jugendgruppe aus einer Disco in Wildeshausen ab. Ein Teil der Jugendlichen war betrunken. Ein junger Mann hatte Freunde zu einer nachträglichen Feier seines 18. Geburtstags eingeladen. Für die Fahrt mietete er einen Reisebus, dessen Kosten unter den Mitfahrern geteilt wurden. Weil Plätze frei blieben, durften sich weitere junge Leute anschließen, darunter der Angeklagte. Bei der Rückfahrt gerieten mehrere Businsassen in Streit, das spätere Opfer mischte sich ein, um zu schlichten. Am Ziel in Kirchweyhe wurde die Auseinandersetzung dann gewalttätig.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Angeklagte seinem Opfer so heftig in den Rücken trat, dass er gegen den Bus schleuderte und anschließend mit dem Kopf auf den Boden knallte. Der junge Mann starb wenige Tage später im Krankenhaus. Die Zeugenaussagen blieben zum Teil vage und widersprüchlich, viele der Jugendlichen gaben an, das entscheidende Geschehen nicht mitbekommen zu haben.

Weitere Verhandlungstermine reichen bis Ende Januar. Doch auch danach wird es weitergehen.