Hamburger Geschäftsmann Kissling will Schloss Salzau kaufen

Gut soll privat sowie für Musik- und Kulturevents genutzt werden

Kreis Plön. Für das traditionsreiche ehemalige Landeskulturzentrum Salzau ist nach jahrelangen vergeblichen Bemühungen ein Käufer gefunden: Schleswig-Holsteins Landesregierung will das Gut für zwei Millionen Euro an eine Verwaltungsgesellschaft mit Sitz in Halstenbek im Kreis Pinneberg verkaufen. Das Kabinett habe einem entsprechenden Vorschlag von Ministerin Monika Heinold (Die Grünen) zugestimmt. Der Landtag muss den Verkauf noch billigen, weil der Wert eine Million Euro übersteigt.

Gesellschafter der Verwaltungsgesellschaft Schloss Salzau GmbH & Co. KG in Halstenbek ist der Unternehmer Bolko Kissling. Außer einer privaten Nutzung sei auch ein Musik- und Kulturprogramm beabsichtigt, heißt es im Landtagsantrag der Regierung. Das Parlament soll in seiner Dezember-Sitzung entscheiden.

Das Schloss mit Park im Kreis Plön stand seit Anfang 2011 zum Verkauf. Das Gelände mit Herrenhaus und Konzertscheune war viele Jahre lang Spielort für das Schleswig-Holstein Musik Festival und JazzBaltica. Dort probte von 1987 an jährlich die Orchesterakademie mit jungen Musikern aus aller Welt. Das Projekt hatte der amerikanische Dirigent Leonard Bernstein angeregt. 2010 wurde Salzau von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung auf die Sparliste gesetzt. Dies löste zunächst heftige Proteste unter Künstlern aus, weil das SHMF und auch die JazzBaltica damit ihre Heimstatt verloren. Das Herrenhaus war 1881 gebaut worden.

„So schön das Anwesen ist, wir können den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern nicht vermitteln, warum wir für eine Liegenschaft, die seit 2010 leer steht, weiterhin laufende Kosten von rund 200.000 Euro pro Jahr zahlen“, sagte Finanzministerin Heinold. „Wir wollen die mehrjährigen Bemühungen, Salzau zu verkaufen, zu einem vernünftigen Abschluss bringen.“ Der Kauferlös könne für die Sanierung anderer Landesgebäude genutzt werden. Ein erstes Bieterverfahren zum Verlauf war Anfang 2012 ergebnislos zu geblieben. Im Mai 2012 brannte die Konzertscheune ab. Danach bot die Landesregierung das Gut im Februar 2013 erneut zum Verkauf an. Nach Verhandlungen mit dem Höchstbieter einigte sich das Finanzministerium auf einen Kaufpreis von zwei Millionen Euro.