Shetlandpony elend verhungert – Geldstrafe und Haltungsverbot

Plön. Qualvoller Hungertod eines Mini-Shetlandponys: Über Wochen soll eine 24-jährige Pferdehalterin das Tier nicht mehr gefüttert haben. Die kleine Stute verendete im November 2011 elend. Laut fachtierärztlichem Gutachten war der Magen des Ponys „stark verkleinert und verschrumpelt“. Das Pony hatte demnach wochenlang nichts mehr zu fressen bekommen und in seiner Not dann zuletzt eigene Muskelmasse und den Magen zu verdauen begonnen.

Das Plöner Amtsgericht hielt das für Tiertötung durch Unterlassen und quälerische Tiermisshandlung. Richterin Susanne Bracker verhängte deswegen am Montag 2000 Euro Geldstrafe (100 Tagessätze zu je 20 Euro). Zudem darf die junge Frau drei Jahre lang weder Pferde halten noch Reitunterricht geben oder anderweitig berufsmäßig mit ihnen umgehen. „Die Angeklagte hatte eine Garantenstellung und dafür zu sorgen, dass es den Tieren gut geht“, sagte die Richterin.

Zwei weitere Ponys konnten vor dem Verhungern gerettet werden

Die junge Frau bestritt die Vorwürfe und will die kleine Stute bis zu einem Tag vor deren Tod gut versorgt haben. Das Gericht und die Staatsanwaltschaft hielten das aber durch das Gutachten des Fachtierarztes für eindeutig widerlegt.

Bei der Durchsuchung mit Polizei und Staatsanwältin auf dem Hof in Giekau (Kreis Plön) waren zwei weitere Ponys in letzter Minute gerettet worden. Auch diese Tiere waren nur noch Haut und Knochen, stellte eine Amtstierärztin vor Ort fest. Mehrere größere Pferde zeigten dagegen keine sichtbaren Vernachlässigungen. Aber auch sie wurden beschlagnahmt und kamen bei anderen Haltern unter.

Nach einer ersten Anzeige war der Amtstierärztin nichts aufgefallen

Daran, dass die Stute bei ihrem Hungertod schwere Qualen durchlitt, ließ die Amtstierärztin keine Zweifel. Sie hatte den Hof nach Hinweisen von Nachbarn bereits vor der Durchsuchung besucht. Die leidenden Shetlandponys waren ihr aber nicht aufgefallen, da die anderen Pferde ausreichend versorgt schienen, sagte sie vor Gericht. Dass sie nicht genauer nachgeschaut habe, sei eine Fehleinschätzung gewesen, räumte sie ein. „Es ist eine Lehre für mich, bei Anzeigen noch einmal genauer nachzufragen“, betonte sie.

Die Staatsanwältin hatte wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz 2400 Euro Geldstrafe und ein fünfjähriges Tierhaltungs- und Reitunterrichtsverbot für die Angeklagte beantragt. Der Verteidiger sah keine Pflichtverletzung der Angeklagten und bat um eine angemessene Bestrafung.