Unglücksschiff „Flaminia“ immer noch nicht repariert

Vom Feuer beschädigter Frachter aus Stade liegt in Rumänien fest

Buxtehude. Irrfahrt eines Unglücksschiffes: Ein Jahr nach dem schweren Brand auf der „MSC Flaminia“ steht der Frachter vor einer ungewissen Zukunft. Die zerschmolzene Ladung war monatelang in Wilhelmshaven geborgen worden. Nun wartet das Containerschiff auf die Reparatur in Rumänien. Das ganze Ausmaß der Havarie ist noch nicht absehbar.

Der unter deutscher Flagge fahrende Frachter liegt seit dem 17. Mai in Konstanza an der rumänischen Schwarzmeerküste fest. Neue Auflagen der Behörden verzögern die Fahrt zu einer Reparaturwerft in Mangalia. „Der weitere Zeitplan ist daher derzeit völlig offen“, sagte eine Sprecherin der Reederei NSB in Buxtehude (Kreis Stade).

14. Juli 2012 im Atlantik: Dichter Rauch verhüllt die „Flaminia“ auf hoher See zwischen den USA und Europa. In einem Laderaum ist Feuer ausgebrochen, Explosionen sind zu hören. Der erste Offizier stirbt nach schweren Verbrennungen, ein Seemann erliegt Monate später seinen Brandwunden, ein weiterer Seemann wird bis heute vermisst. Wochenlang trieb das stark beschädigte Schiff umher. Mehrere Länder wollten keinen Nothafen zur Verfügung stellen. Zudem hatte der 300 Meter lange Frachter knapp 2900 Container geladen, darunter 151 mit Gefahrgut. Auch das Löschwasser war verschmutzt. Am 17. August gab die Bundesregierung grünes Licht für das Einlaufen in Wilhelmshaven. 80 Spezialisten des Havariekommandos in Cuxhaven bereiteten die Ankunft am 9. September vor. Dort war das Schiff für Monate der einzige Dauerkunde im damals noch nicht eröffneten JadeWeserPort.

Erst am 15. März, acht Monate nach der Havarie, konnte die „Flaminia“ nach langwieriger Bergung der zerstörten Ladung wieder auslaufen. Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen waren zuvor teils zerstörte Container mit Gefahrgut von Bord gekommen.

„Das war ein einmaliges Ereignis, aber alles ist gut gegangen“, sagte Inka Burow vom niedersächsischen Umweltministerium. Einige Probleme müssten international gelöst werden: „Wie sind die Verantwortlichkeiten bei Havarien auf hoher See, und welche internationalen Regeln gelten für das Abwracken von havarierten Schiffen?“ Auch ließen sich nicht Bergungssysteme für alle Fälle vorhalten. So mussten 20.000 Tonnen teilweise verschmutztes Löschwasser zur Entsorgung mit Tankschiffen nach Dänemark transportiert werden.

Die Kosten sind unklar. Die Reederei hält sich zurück: „Für diese Havarie gelten keine normalen Maßstäbe“, sagte Bettina Wiebe von der NSB-Reederei. Die Einigung mit den Versicherungen könne viele Jahre dauern.