Premiere am 22. Juni

Karl-May-Spiele: Probenstart für Winnetou

Premiere der Karl-May-Spiele am 22. Juni. Old Shatterhand Carpendale hofft auf Jahrhundertsommer. Jan Sosniok als Winnetou und Wayne Carpendale als Old Shatterhand sowie ihre Kollegen proben seit Pfingstmontag.

Bad Segeberg. Einen Monat vor der Premiere bei den Karl-May-Spielen von Bad Segeberg hat für die neuen Gaststars die Wildwestzeit angefangen. Winnetou und Old Shatterhand lesen und reiten sich ein. Schauspieler Jan Sosniok als Winnetou und Wayne Carpendale als Old Shatterhand sowie ihre Kollegen proben seit Pfingstmontag für die Inszenierung von "Winnetou I - Blutsbrüder".

Die 62. Spielzeit in dem Freilichttheater startet am 22. Juni. Auch Sophie Wepper als Winnetous Schwester Nscho-tschi sowie der frühere Winnetou Gojko Mitic gehören zu den Gaststars. Als Titelheld tritt Sosniok in dessen Fußstapfen sowie in die von Pierre Brice und zuletzt Erol Sander. Mitic hatte 15-mal den Winnetou gegeben, Brice viermal und Sander sechsmal. Die diesjährige Saison endet am 1. September. "Alle sind mit fröhlichem Mut dabei", sagte Regisseur Norbert Schultze jr. am Montag.

Schauspieler Carpendale feiert seine zweite Spielzeit am Kalkberg - nach zehn Jahren Pause. Der 36-Jährige freute sich auf die Wochen "voller Schauspielproben, Reit- und Stunttraining". "Zu beobachten, wie sich daraus Tag für Tag - wie bei einem Puzzle - bis zur Premiere ein ganzes Theaterstück zusammenfügt, ist sehr aufregend", erklärte er vor dem Probenstart. Da er bereits für seine erste Saison 2003 Reiten gelernt hatte, habe er sich diesmal auf weitere Tricks konzentriert, berichtete Carpendale. "Das Training habe ich ein paar Wochen lang mit einem sehr erfahrenen Stuntman in Los Angeles gemacht, als ich eh dort war, weil meine Verlobte ja jedes Jahr für ProSieben von den Oscars berichtet", sagte der Verlobte von TV-Moderatorin Annemarie Warnkross.

Das Wetter bei den Open-Air-Aufführungen bereitet Carpendale, der bis vor Kurzem der ZDF-"Landarzt" war, keine Sorge - "auch das macht den unberechenbaren Nervenkitzel in Bad Segeberg aus", meinte er, der vor zehn Jahren den Old Surehand gab. "Allerdings weiß ich auch, dass ich von der Saison 2003 noch ziemlich verwöhnt bin. Damals hatten wir in diesem gefühlten Jahrhundertsommer nur zwei verregnete Vorstellungstage."

Zehn Jahre später hofft Wayne Carpendale: "Ich hätte, bei allem Nervenkitzel, nichts dagegen, wenn das in diesem Sommer wieder so ist." Ihren Besucherrekord erlebten die Karl-May-Spiele im Jahr 2009, als 320.000 Menschen zu den Aufführungen von "Der Schatz im Silbersee" kamen. Im vergangenen Sommer verbuchten die Festspiele ihren insgesamt zehnmillionsten Besucher.