Hannover/Kiel/Berlin. Die umstrittenen Brandzeichen für Pferde werden nach den Plänen der Bundesregierung doch nicht verboten. Für Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) ist dies ein Erfolg, die Grünen im Landtag halten die Beibehaltung dagegen für Tierquälerei. Die Landesregierung müsse nun erklären, warum sie an diesen archaischen Bräuchen festhalten wolle, sagte der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Christian Meyer, am Montag. Lindemann könne sich jedes Gerede von einer Vorreiterrolle im Tierschutz zukünftig sparen.
Das Landwirtschaftsministerium wies die Kritik vehement zurück. Das Chippen als alternative Kennzeichnung sei mit Gesundheitsgefahren für das Pferd verbunden, betonte Ministeriumssprecher Christian Wittenbecher. Seit drei Jahren ist das Einsetzen eines Mikrochips zur Kennzeichnung EU-weit Vorschrift. Aus diesem Grund wollte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) das Brennen abschaffen. Doch Reiter und Züchter hatten sich vehement gegen das geplante Verbot der Tradition gestemmt. Wie am Wochenende bekanntwurde, sind die Pläne jetzt vom Tisch.
„Wir wollen nicht kleinreden, dass der Brand ein Eingriff ist und die Tiere Schmerzen empfinden“, sagte der Ministeriumssprecher. Allerdings müssten vor einem generellen Verbot des Brennens erst Mittel der Schmerzausschaltung geprüft werden.
Die schleswig-holsteinische CDU begrüßt, dass der von Tierschützern abgelehnte Schenkelbrand bei Pferden nun doch erlaubt bleiben soll. „Es ist erfreulich, dass sich damit unsere Anstrengungen zum Erhalt des Brandzeichens gelohnt haben“, erklärte der agrar -und umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Heiner Rickers, am Montag. Im Kabinett hatten sich zuvor bereits Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gegen Aigners Pläne zur Änderung des Tierschutzgesetzes gewandt.
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