Paar reist in 1001 Tagen mit dem Fahrrad um die Welt

Oldenburg. Anfangs war es ein Traum, eine verrückte Idee. Nach China wollten sie radeln, auf dem Weg möglichst viele Länder und Kulturen erfahren - eine Auszeit, Sinnsuche nach dem Studium. Am Ende umrundeten Nicole Franke, 28, und Tobias Pieper, 31, mit dem Fahrrad die Welt. Neben Europa und Asien bereisten sie Australien und Amerika, durchquerten 31 Länder. Nach 49 263 Kilometern und 78-mal Reifenflicken sind die beiden am Wochenende wieder am Ausgangspunkt ihrer Reise eingetroffen - in Oldenburg.

Bei blauem Himmel und frostigen Temperaturen erwarteten Familie und Freunde die beiden Abenteurer sehnsüchtig und begrüßten sie unter Freudentränen - fast drei Jahre nach dem Aufbruch des jungen Paares war die Wiedersehensfreude immens.

Es war ein Leben als Radnomaden, wie die beiden sich gern nannten, einfach und überschaubar. Täglich entdeckten sie Neues und Unbekanntes. "Dabei war das schönste Erlebnis wohl die Gastfreundschaft auf der ganzen Welt", resümiert Nicole Franke, die wie ihr Freund Landschaftsökologie studiert hat. Häufig hätten ihnen Fremde Essen, ein Bett oder einen Platz zum Zelten angeboten. "Negativ ist sicher die Beobachtung, dass sich der Mensch auf diesem Planeten sehr dominant und rücksichtslos in Bezug auf Natur und Umwelt verhält."

Als Konsequenz daraus möchten Nicole Franke und Tobias Pieper die Folgen ihres eigenen Handelns auf die Natur überschaubar halten, träumen von einem Hof, wo sie sich mit Obst und Gemüse selber versorgen, Hühner und Ziegen halten können. "Wir haben erlebt, dass wir klein und einfach leben können", sagt Pieper. Zwei Jahre und neun Monate lang zehrte das Paar überwiegend von Erspartem, jobbte zudem in Australien und ergänzte mithilfe einiger Sponsoren die Reiseausrüstung. Die soll sie irgendwann auch nach Afrika, Indien, Russland begleiten.