Cuxhaven

Spektakulärer Löscheinsatz bei Brand auf "Hafnia Seaways"

Die Sauna der Fähre mit 27 Personen an Bord geriet am Mittwochabend in Brand. Das Feuer konnte innerhalb weniger Stunden gelöscht werden.

Cuxhaven/Immingham. Mit einem spektakulären Einsatz haben Feuerwehrleute aus Brunsbüttel einen Brand auf der Nordseefähre „Hafnia Seaways“ gelöscht. Mehrere Brandbekämpfungsspezialisten seilten sich am Mittwochabend von einem Marinehubschrauber aus auf das 187 Meter lange Schiff der dänischen Reederei DFDS ab, das auf dem Weg vom englischen Immingham nach Cuxhaven an der Elbmündung war. Nördlich der ostfriesischen Insel Spiekeroog war das Feuer in der Sauna ausgebrochen.

Mehrere Schiffe eilten der „Hafnia Seaways“ zu Hilfe, das Havariekommando in Cuxhaven übernahm die Einsatzleitung. Die 2008 gebaute Fähre erreichte in der Nacht aus eigener Kraft Cuxhaven. Vier Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder kamen vorsorglich in ein Krankenhaus, hatten aber keine Verletzungen erlitten, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Wilhelmshaven.

Bis zum frühen Donnerstagmorgen seien alle Glutnester gelöscht worden, die Feuerwehr habe das Schiff verlassen, berichtete ein Sprecher. „Für die 20-köpfige Besatzung und die sieben Passagiere hat keine Lebensgefahr bestanden“, sagte eine Sprecherin des Havariekommandos. Nach dem Festmachen kamen Seelsorger an Bord und boten psychologische Hilfe an.

Das Schiff transportierte unter anderem sieben Lastwagen mit Fahrern aus Polen und Großbritannien. Die Besatzungsmitglieder stammen aus Schweden, Estland, Lettland und Litauen. Eine Gefahr für die Umwelt habe zu keiner Zeit bestanden, sagte die Sprecherin des Havariekommandos. Es sei weder Kraftstoff noch Öl in die Nordsee ausgelaufen.

Die Brandermittler der Polizei konnten ihre Arbeit am Donnerstagmorgen noch nicht aufnehmen. Zunächst mussten sie auf Abkühlung und Durchlüftung des betroffenen Bereichs warten, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Wann die Ermittlungen, zu denen auch ein Experte der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung erwartet wurde, beginnen sollten, war zunächst nicht klar. Auch zur Höhe des Schadens und zur Dauer des Ausfalls der „Hafnia Seaways“ gab es noch keine Informationen.

Im Oktober 2010 war die Fähre „Lisco Gloria“ auf der Ostsee nördlich der Insel Fehmarn in Brand geraten. Damals gelang es nicht, das Feuer, das von einem Lastwagen ausgegangen war, zu löschen. In einer spektakulären Aktion wurden alle 236 Menschen an Bord gerettet. (dpa/abendblatt.de)