Pflege

Caritas vermittelt 24-Stunden-Betreuung für 1850 Euro

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Der Wohlfahrtsverband Caritas vermittelt in Oldenburg polnische Frauen für eine Betreuung von Pflegebedürftigen rund um die Uhr.

Vechta. Die Caritas vermittelt in ihrem Bezirk Oldenburg von Mai an polnische Frauen für eine 24-Stunden-Betreuung von Pflegebedürftigen. Die Frauen sollen bei der betreffenden Familie wohnen und im Haushalt helfen, der Service werde rund 1850 Euro im Monat plus Verpflegung kosten, wie Manfred Bockhorst vom Caritas-Referat Altenhilfe am Dienstag in Vechta sagte. Zwei Jahre lang sei das Modell bereits bei der Caritas in Paderborn (Nordrhein-Westfalen) erprobt worden. Auch andere Caritasverbände in Deutschland wollen sich nach Angaben von Bockhorst nun anschließen. Doch das Projekt ist umstritten. Die Landtagsfraktion der Linken kritisierte das Vorhaben als „Lohndumping“ und „modernen Sklavenmarkt“.

Zuvor hatten Medien berichtet, dass die Polinnen in Niedersachsen künftig legal als Haushaltshilfen vermittelt werden sollen. Tausende Frauen würden derzeit schwarz oder als Scheinselbstständige arbeiten. „Wir wollen sie rausholen aus der rechtlichen Grauzone, rein in die Legalität“, sagte Bockhorst. Die Frauen dürften aber keine medizinische Pflege übernehmen. Zu ihren Aufgaben sollen das Waschen und Ankleiden von Patienten sowie Einkäufe und Spaziergänge gehören. Der katholische Wohlfahrtsverband betonte, dass die Frauen nicht ausgenützt würden, das werde kontrolliert. Für die Polinnen gelte deutsches Tarifrecht. Sie hätten Anspruch auf eine 39-Stunden-Woche und bis zu 30 Tage Urlaub. Mit der Familie werde im Voraus geklärt, wann die Haushaltshilfe ihre Freizeiten habe. Für Fragen und Hilfen im Alltag sollen den Polinnen Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die ihre Sprache sprechen. Netto bleiben jeder Angestellten nach Angaben der Caritas rund 1000 Euro monatlich. Der Arbeitsvertrag werde zwischen der Haushaltshilfe und der Familie in Niedersachsen geschlossen. Voraussetzung sei ein eigenes Zimmer für die Frau. Grundsätzlich könne der Service auch von deutschen Arbeitskräften geleistet werden, betonte Bockhorst. Sie müssten aber bereit sein, für drei oder mehrere Monate in der Familie des Pflegebedürftigen zu wohnen. Wie viele Frauen eingesetzt werden sollen, konnte Bockhorst noch nicht sagen. „Das richtet sich nach den Anfragen. (dpa/abendblatt.de)

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