Berlin/Kiel (dpa/tmn). Wenn die Wärmepumpe noch vor dem Einbau entwendet wird, ist das mindestens ärgerlich. Doch auch fest installiert bleibt eine Wärmepumpe Gefahren ausgesetzt. So können Sie die Risiken verringern.

Sie sind Wind, Wetter und Langfingern ausgeliefert: Wärmepumpen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Heizungsanlagen werden die Geräte außerhalb des Gebäudes installiert. Wer sich für die Technik entscheidet, sollte also entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Wir geben Tipps, wie Verbraucherinnen und Verbraucher die tausende Euro teuren Anlagen schützen können.

1. Auswahl des Standorts

Eine Wärmepumpe, die gut einsehbar - etwa zu einem Fußweg oder einer Straße hin - installiert wird, lädt tendenziell eher zum Diebstahl oder zu Vandalismus ein. Darum kann es von Vorteil sein, einen etwas versteckteren Standort zu wählen.

Auch die Anbringung an oder auf dem Haus kann eine Möglichkeit sein, teilt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein mit. Manche Geräte eigneten sich etwa für die Montage an der Hauswand. Lässt die Tragfähigkeit des Flachdachs es zu, kann die Anlage auch dorthin wandern.

Was Eigenheimbesitzer dabei immer mitbedenken sollten: die Geräuschentwicklung der Wärmepumpe. Im Idealfall ist die Beeinträchtigung sowohl für Besitzer als auch für Nachbarn möglichst gering.

2. Befestigungs- und Sicherungsmaßnahmen

In der Praxis werden Wärmepumpen häufig auf einem freistehenden Betonfundament platziert. Werden die Anlagen fest mit diesem verschraubt, erschwert es Langfingern die Arbeit. Laut der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein können sogenannte Abreißmuttern das Diebstahlrisiko weiter senken. Diese Muttern lassen sich nur mit Spezialwerkzeug entfernen, mit handelsüblichem Gerät reißen sie und verhindern das Lösen der Schrauben. Eine Fixierung der Schrauben mit einem Schweißpunkt kann zusätzliche Sicherheit bringen.

Zudem können bauliche Maßnahmen die Demontage und Demolierung erschweren. Der Verbraucherzentrale zufolge eignen sich besonders eine Umzäunung der Wärmepumpe oder die Sicherung durch einen Käfig. Beide Maßnahmen gewährleisten eine ausreichende Luftdurchlässigkeit, damit die Geräte in ihrer Funktion nicht eingeschränkt werden. Bedenken sollten Besitzer dabei immer, dass sie die Geräte für Instandhaltung und Reparatur trotzdem gut zugänglich halten.

Der Bund der Versicherten (BdV) weist zudem darauf hin, dass auch die Sicherung mittels Alarm, Beleuchtung oder installiertem GPS-Tracker geeignete Möglichkeiten sein können, um Diebe abzuschrecken - oder die Wärmepumpe nach einem Diebstahl wiederzufinden.

Ist die Wärmepumpe noch gar nicht installiert - etwa bei einem Neubau - sollte sie nicht frei zugänglich und ungesichert auf dem Grundstück stehen bleiben. In diesen Fällen sind Diebstähle laut BdV besonders häufig.

Außerdem sollten Verbraucherinnen und Verbraucher möglichst Beschädigungen durch Sturm, Regen, Überflutung, Hagel und Blitzschlag vorbeugen, rät der Verband Privater Bauherren (VPB). Je nach Standort können etwa eine entsprechende Überdachung und ein ausreichend großes Entwässerungssystem helfen. Außerdem könnten eigens für die Wärmepumpe Überspannungsschutzmaßnahmen notwendig werden.

3. Ausgewählte Versicherungen abschließen

Selbst wer sämtliche Tipps bei der Standortwahl und der Sicherung beherzigt, ist nicht vor jeder Eventualität gefeit. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Restrisiken versichern, um im Falle eines Falles nicht auf den finanziellen Folgen sitzenzubleiben. Diese Versicherungen helfen:

- Wohngebäudeversicherung bei Beschädigung und Diebstahl

Eine Wärmepumpe kann laut BdV über die Wohngebäudeversicherung abgesichert werden. Wichtig ist aber, bei Vertragsschluss darauf zu achten, dass die Anlage in der Police eingeschlossen ist - das ist nicht immer automatisch der Fall. Bei einem bestehenden Vertrag und der Neuinstallation der Wärmepumpe sollten Hauseigentümer ihren Versicherer schriftlich informieren und sich die Erweiterung des Schutzumfangs bestätigen lassen.

Die Versicherung leiste dann bei Sachschäden, die etwa durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm, Leitungswasser oder Überspannung verursacht wurden, so der BdV. Einige der Policen greifen auch bei Diebstahl. Voraussetzung dafür sei aber üblicherweise, dass die Wärmepumpe - zum Beispiel über eine Verschraubung mit dem Betonsockel - fest mit Grundstück oder Gebäude verbunden ist.

Der Bund der Versicherten rät grundsätzlich, die Versicherungsunterlagen im Detail zu prüfen. So könnten Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, in welchen Fällen die Police genau greift, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und ob es Höchstgrenzen für die Entschädigung gibt.

- Elektronikversicherung für Schäden durch Bedienfehler

Über eine eigenständige Versicherung - etwa eine Elektronikversicherung - können Wärmepumpen vor weiteren Risiken geschützt werden. Eingeschlossen sind dann laut BdV etwa Schäden durch Bedienfehler, Ungeschicklichkeit, Materialfehler oder auch solche, die aufgrund eines Versagens von Mess-, Regel- oder Sicherheitseinrichtungen nicht verhindert werden konnten.

- Bauleistungsversicherung bei Diebstahl oder Beschädigung vor Einbau

Liegen zwischen Lieferung und Einbau der Pumpe mehrere Tage oder sogar Wochen, ist der Diebstahl - vor allem bei unbewachten Baustellen - besonders leicht. Eine Bauleistungs- oder Bauwesenversicherung kann dieses Risiko der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zufolge abdecken. Aber Achtung: Auch hier ist der genaue Blick in die Versicherungsunterlagen erforderlich. Denn einen Standardtarif gebe es nicht.