Warentest-Urteil

Keine Küchenmaschine kann in allen Bereichen überzeugen

Küchenmaschinen können den Alltag erleichtern, zum Beispiel beim Schneiden, Hacken und Raspeln großer Mengen von Lebensmitteln.

Küchenmaschinen können den Alltag erleichtern, zum Beispiel beim Schneiden, Hacken und Raspeln großer Mengen von Lebensmitteln.

Foto: dpa

Küchenmaschinen haben in etliche Haushalten den Spaß an Herd und Arbeitsplatte zurückgebracht. Doch man darf nicht zu viel davon erwarten, wie eine aktuelle Stichprobe der Stiftung Warentest bestätigt: Keine Maschine konnte in allen Disziplinen überzeugen.

Durchwachsene Ergebnisse sind das Resultat einer Küchenmaschinen-Stichprobe der Stiftung Warentest. Nur zweimal gab es die Gesamtnote "gut", einmal ein "ausreichend" und zweimal ein "mangelhaft". Sieben Produkte kamen mit der Note "befriedigend" ins Mittelfeld.

Keine Maschine konnte die Tester in allen Disziplinen überzeugen, also zum Beispiel gleich gut schneiden, hacken, kneten und rühren. Jedes Gerät habe andere Stärken und Schwächen, berichtet die Stiftung in ihrer Zeitschrift "test" (Ausgabe 12/2018). Kaufinteressenten müssten also entscheiden, welche Eigenschaften einer Maschine sie bevorzugen und wo sie zu Abstrichen bereit sind.

Bei großen Mengen, die in der Küche verarbeitet werden sollen, sind laut "test" die klassischen Küchenmaschinen mit Schwenkarm im Vorteil. Sie haben größere Behälter als sogenannte Foodprozessoren, die von unten angetrieben werden. Der Gerätevergleich zeigt hier: Manches Schwenkarm-Modell konnte die dreifache Menge verarbeiten.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Das Schneiden, Hacken und Raspeln von Lebensmitteln ist tendenziell die Stärke der Foodprozessoren. Klassische Küchenmaschinen punkten eher, wenn es um das Kneten von Teig, das Rühren von Mischungen und Aufschlagen von Sahne geht. Der Grund ist die Bauweise mit Rührarm, der von oben auf die zu verarbeitende Masse einwirkt.

Foodprozessoren haben hier außerdem den Nachteil, dass der Antrieb direkt an der Schüssel diese erwärmt, was zum Beispiel bei der Zubereitung von Hefeteig ein Problem sein könnte. Auch beim Aufschlagen von Sahne und Cremes punktet das Planetenrührwerk von oben, erläutern die Warentester: Es dreht sich nicht nur einfach im Kreis, sondern auch um die eigene Achse, was extra Luft unterhebt.

Allerdings zeigte sich auch: Manchen Foodprozessoren im Test gelang ein guter kleiner Gugelhupf aus leichtem Teig. Daher urteilen die Warentester: "Wer gelegentlich einen Kuchen backen will, ansonsten aber hackt, reibt oder raspelt, kann getrost zum Foodprozessor greifen." Die vier entsprechenden Modelle im Test erhielten insgesamt auch die besseren Gesamtnoten: zweimal ein "gut" und zweimal ein "befriedigend". Die beiden mit "mangelhaft" bewerteten Geräte zeigten nach Angaben der Stiftung Mängel im Dauertest und bei der Sicherheit.

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