Bevor man trinkt

Morgens das Wasser aus dem Hahn kurz laufen lassen

Experten raten, morgens den Hahn so lange laufen zu lassen, bis kühleres, frisches Wasser nachkommt.

Experten raten, morgens den Hahn so lange laufen zu lassen, bis kühleres, frisches Wasser nachkommt.

Foto: dpa

Wenn man den Wasserhahn nach längerer Zeit wieder aufdreht, kommt lauwarmes Wasser heraus. Es hat in der Leitung gestanden. Geschieht das zu lange, kann seine Qualität darunter leiden.

Berlin. Wer Trinkwasser aus dem Wasserhahn zieht, sollte morgens die ersten Liter nach dem Aufdrehen abfließen lassen. Dazu rät der Verband kommunaler Unternehmen in Berlin, zu dem auch die Wasserversorger gehören.

Denn stagniert Wasser in einer Leitung, kann es dazu kommen, dass es Inhaltsstoffe aus den Materialien der Leitungsrohre aufnimmt oder sich kleine Partikel lösen. Das könne unter Umständen wiederum dazu führen, dass bereits über Nacht die Qualität von Trinkwasser leidet.

Steht das Wasser wirklich lange, etwa während Urlaubsreisen, können sich auch Mikroorganismen wie Bakterien bilden oder vermehren. Das sei vergleichbar mit Lebensmitteln, die nicht ausreichend gekühlt werden, so der Verband.

Er verweist auf Angaben des Umweltbundesamtes, wonach Trinkwasser, das länger als vier Stunden in der Installation stagniert - also in den Leitungen steht - nicht mehr zur Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt werden sollte.

Frisches Wasser erkennt man daran, dass es kühler ist als Stagnationswasser. Daher lässt man am besten das Wasser aus dem Hahn bei vollaufgedrehter Leitung und auf Kaltmodus so lange laufen, bis sich bei wiederholtem Fühlen mit der Hand keine Temperaturänderungen mehr zeigen und das Wasser möglichst kühl ist.

Wer die ersten Liter Wasser nicht verschwenden will, kann sie zum Beispiel zum Gießen der Blumen abzweigen. Viele Pflanzen mögen abgestandenes Wasser lieber.

Für gutes Trinkwasser empfiehlt der VKU darüber hinaus, die Armaturen regelmäßig zu reinigen und im Zweifelfalls auszutauschen. Wie oft man sie reinigen sollte, hängt vom regional unterschiedlichen Härtegrad des Wassers und von dem Alter der Wasserleitungen ab. Nachlassender Wasserdruck sei meistens Anzeichen dafür, dass es Ablagerungen mit Schmutz und Kalk gibt. Dagegen helfen laut VKU zum Beispiel spezielle Entkalkungsmittel oder auch kalklösende Hausmittel wie Essig sowie Essigessenz oder Zitronensaft und Zitronensäure.

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