Immobilien

Sind Zaun und Bäume von uns umzusetzen?

Die Frage: Das Nachbargrundstück wurde für eine hintere Bebauung geteilt und daher neu vermessen. Dabei stellte sich heraus, dass die bisher angenommene Grenze und der dort seit 50 Jahren gesetzte Zaun zwölf Zentimeter von dem festgestellten Messpunkt abweicht – zulasten des Nachbarn, denn unser Zaun und die Beflanzung befinden sich um diese besagten Zentimeter auf seinem Grundstück. Müssen wir nun alles umsetzen, falls dies der neue Nachbar verlangt?

Die Expertin: Grundsätzlich steht Ihrem Nachbarn ein Anspruch auf Entfernung des Gartenzaunes sowie der Zypressen zu. Insoweit besteht kein Bestandsschutz. Auch eine Duldungspflicht seitens des Nachbarn ist derzeit nicht ersichtlich, kann jedoch im Einzelfall, zum Beispiel bei Unverhältnismäßigkeit des Aufwandes, gegeben sein. Zu prüfen ist auch, ob ein solcher Anspruch unter Umständen verjährt sein könnte. Dabei kommt es auch darauf an, wer wie lange Kenntnis über den tatsächlichen Grenzverlauf hat. Zu klären ist ferner, ob Ihr Nachbar gegebenenfalls Eigentümer der Zypressen und des Gartenzauns geworden ist. Ob dies der Fall ist, hängt davon ab, auf welcher Seite der Grenze die Bäume an die Oberfläche treten und wie fest der Zaun mit dem Grund und Boden verbunden ist. Da es sich offenbar nur um eine geringfügige Überschreitung der Grenze handelt, sollte auf eine gütliche Einigung hingearbeitet werden.

Expertin: Ricarda Breiholdt, Fachanwältin
für Miet- und Wohneigentumsrecht
www.breiholdt-voscherau.deZusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

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