Leser fragen Experten

Wasserkosten und Äste

Wir bewohnen eine Mietwohnung ohne Wasseruhren. Im letzten Jahr kam es im Heizungsraum aufgrund einer geplatzten Kaltwasserleitung zu einer Überschwemmung, die Feuerwehr musste alle Kellerräume auspumpen. Unsere Betriebskostenabrechnung weist jetzt einen Mehrverbrauch von 38 Prozent aus. Diese Erhöhung kann nur vom Schaden herrühren. Dürfen die Kosten aber einfach auf uns Mieter abgewälzt werden?

Ein Wassermehrverbrauch, der auf einen Rohrbruch zurückzuführen ist, kann nicht mit der Betriebskostenabrechnung auf die Mieter umgelegt werden. Da die genaue Wasseraustrittsmenge nicht feststellbar ist, sollten Sie den Vermieter auffordern, die Betriebskostenabrechnung 2009 zu korrigieren und für den Bereich Wasser/Sielgebühren den Durchschnittsverbrauch der letzten drei Jahre zugrunde zu legen.

Unweit unserer Nachbargrenze steht ein Ahornbaum, der mittlerweile so stark gewachsen ist, dass er nicht nur unser mehrgeschossiges Haus überragt, sondern auch die Wohnräume verschattet. Es würde schon reichen, wenn die Nachbarin bereit wäre, die Äste, die an unsere Hauswände und Fenster ragen, entfernen zu lassen. Doch leider zeigt sie sich uneinsichtig. Was können wir tun?

Sie können verlangen, dass hinüberragende Zweige und Äste von der Nachbarin beseitigt werden. Es muss jedoch eine erhebliche Beeinträchtigung durch die Verschattung vorliegen. Sie sollten der Nachbarin eine angemessene Frist setzen und ihr androhen, dass Sie die Äste nach Fristablauf selbst beseitigen oder einen Gärtner mit der Beseitigung beauftragen und die dafür entstehenden Kosten einfordern werden. Zu beachten ist jedoch, dass in Hamburg eine Baumschutzverordnung existiert. Bei Bäumen mit einem Stammdurchmesser über 25 cm (in 1,30 m Höhe) braucht man für den Rückschnitt eine Genehmigung des zuständigen Bezirksamts.

Experte: Peter Kutter ( www.wentzel-dr.de )

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