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Hamburg. Aus den Medien erfuhr ich, dass Heizungsanlagen, die jünger als zwölf Jahre sind, nur noch alle drei Jahre zu überprüfen sind. Als Quelle wurde der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks genannt. Deshalb habe ich meinem Schornsteinfeger mitgeteilt, dass er erst wieder 2011 meine Anlage überprüfen muss. Seine Antwort: Die Anlage müsse, wie gehabt, jährlich gecheckt werden. Was stimmt denn nun? Außerdem verstehe ich nicht, dass ich viel mehr bezahlen muss als in Schleswig-Holstein. Warum?

Es ist richtig, dass sich die Messintervalle nach der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1.BImSchV) verändern werden. Allerdings wird die Verordnung erst am 22. März in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt verändern sich die Überwachungszeiträume auf alle zwei Jahre für Anlagen älter als 12 Jahre und auf alle drei Jahre für Anlagen, die jünger als 12 Jahre sind.

Bei der Messung nach der 1. BImSchV geht es um die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit (Abgasverluste) sowie möglicher Schadstoffe (Ruß und Ölderivate). Darüber hinaus gibt es aber auch noch die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Diese ist eine sicherheitstechnische Überprüfung und dient der Betriebs- und Brandsicherheit. Sie richtet sich primär nach der Betriebsweise der Heizungsanlage. Für Öl- oder Gasheizungen, die ihre Verbrennungsluft aus dem Raum entnehmen, ist in aller Regel auch weiterhin eine jährliche Überprüfung nach KÜO notwendig. Alle raumluftunabhängigen Heizungsanlagen werden alle zwei Jahre überprüft. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks hatte bereits in den Anhörungen einheitliche Fristen in der 1.BImSchV und KÜO gefordert, leider ohne Erfolg. Zur Kostenbetrachtung bleibt zu sagen, dass mit der Einführung der bundeseinheitlichen KÜO die Vorgaben für alle Bundesländer vereinheitlicht wurden, lediglich bei dem Entgelt kann es noch Abweichungen geben.

Experte: Michael Neuhäußer, Schornsteinfeger-Innung Hamburg

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