Traumhäuser aus Holz und Glas

Fertigbau: Hier verschmelzen Wohnraum und Garten. Riesige Fensterflächen lassen viel Licht ins Haus. Innen lockt eine offene Architektur.

Viel Holz und noch mehr Glas, lichtdurchflutete Räume und eine großzügige Raumaufteilung waren der Wohntraum von Angelika und Hendrik Rohrbach aus Dassendorf bei Hamburg. Seit Mitte des Jahres leben sie ihn in einem Da Vinci-Fertighaus, in das sie nach gerade einmal drei Monaten Bauzeit einzogen. Vom Wohnzimmer aus versperrt praktisch nur ein Ofen den Blick in den Garten und auf das Grün der angrenzenden Bäume. Die großzügigen, bodentiefen Fensterflächen reichen hier auch seitlich bis unter das Dach - mehr Glas geht kaum (großes Foto). Zur Straße hin gibt sich das Haus dagegen verschlossener und schützt die Bewohner vor neugierigen Blicken.

Die Häuser aus Holz und Glas liegen im Trend. "Durch den hohen Glasanteil wollen die Bewohner ihre Außenanlagen in das Wohnerlebnis einbeziehen", sagt Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau. Von den jährlich rund 21 000 in Deutschland erteilten Baugenehmigungen für Fertighäuser entfallen schon zehn Prozent auf Häuser der sogenannten Skelettbauweise im Fachwerkstil, bei der große Glasflächen in die Konstruktion gespannt werden.

Zahlreiche Hersteller haben diesen Trend erkannt und bedienen den Wunsch nach transparenter Wohnkultur mit Modellen, die zum Teil ganze Hausfronten aus Glasflächen haben. Der wohl bekannteste Anbieter für diesen Architekturtyp ist die Firma Huf-Haus aus dem Westerwald (www.huf-haus.de). Das Berliner Unternehmen Concentus (www.concentus-haus.de) bietet die beiden Modelle "Corona" und "Rustico". Meisterstück-Haus aus Hameln (www.meisterstueck. de) bietet mit der Modellreihe "Ästhetik" schnörkellose Modelle in Holz- und Glasbauweise. Und auch Platz-Haus (www.platzhaus.de) wirbt mit der Modellreihe "Komfort" um Bauherren, die "mehr Licht in ihr Leben bringen wollen", so der Anbieter.

Diesen Effekt kann Ehepaar Rohrbach nur bestätigen: "Am liebsten würde ich den ganzen Tag zu Hause sein und durch die Räume und den Garten wandern", sagt der Hausherr. Störende Wände oder Türen gibt es kaum in ihrem 137 m2 großen Domizil. Im Erdgeschoß erstreckt sich der kombinierte Eß- und Wohnbereich mit angeschlossener Küche auf mehr als 50 m2 - die offene Architektur ist typisch für diese Häuser. Daneben gibt es ein Gäste-WC und einen Windfang. In der oberen Etage gehen von einer Galerie ein jeweils 20 m2 großes Schlafzimmer, ein Büro und ein Bad ab. "Wir haben das Haus komplett auf unsere Wünsche zuschneiden lassen", sagt Angela Rohrbach.

Eine übliche Vorgehensweise bei diesen Haustypen. Auch wenn es sich um Häuser aus vorgefertigten Bauteilen handelt, werden sie meist individuell geplant. Daher geben einige Hersteller wie Huf-Haus nur ungern Preise an. Je nach Ausstattung liegen die Baukosten jedoch zwischen 1600 und 2200 Euro pro m 2 Wohnfläche.

Der Grundpreis für das lichtdurchflutete Haus in Dassendorf beträgt zum Beispiel 268 000 Euro, hinzu kommen jedoch Extras wie Dekorbalken in den Wohnräumen für zusammen rund 5000 Euro. "Das ist aber vergleichsweise wenig", sagt Angela Rohrbach. "Andere Hausbauer lassen noch mal 50 000 bis 100 000 Euro extra für die Innenausstattung springen." Das Rustico-Haus von Concentus kostet mit 230 m2 Wohnfläche ab 320 000 Euro. Das "Ästhetik" mit 192 m2 von Meisterstück liegt auch bei 320 000 Euro.

Daß die Rohrbachs im Sommer hinter ihren großen Glasflächen nicht schmelzen müssen, verdanken sie der ausgeklügelten Architektur, mit denen die meisten Anbieter von Holz-Glas-Konstruktionen arbeiten: Die auffällig breiten Dachüberstände orientieren sich am Hochstand der Sonne und sind so berechnet, daß im Sommer die Fenster beschattet sind. Im Winter kann die tieferstehende Sonne dagegen auf die Fenster strahlen und die Innenräume erwärmen. "So ist in der heißen Jahreszeit eine natürliche Beschattung gegeben, im Winter lassen sich durch eine passive Solarnutzung Heizkosten sparen. Denn die Sonne schreibt keine Rechnung", erklärt Anna Buhl von Da Vinci-Haus (www.davinci-haus.de).

Vor allem die kurze Bauzeit von rund drei Monaten von der Grundsteinlegung bis zum Innenausbau spare viel Geld, da die Doppelbelastung für Miete und Finanzierung kurz sei, so die Rohrbachs: "Länger hätten wir finanziell nicht zweigleisig fahren können."

Einziger Wermutstropfen dieser Glas- und Holzhäuser: das Fensterputzen.

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