Windkraftanlagen mindern Wert von Eigenheimen

Windkraftanlagen mindern in erheblichem Maße den Wert von Eigenheimen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Frankfurt. "Häuser, die in Sichtweite der Windenergieanlagen stehen, erfahren teilweise Wertverluste von mehr als 30 Prozent", sagt Professor Jürgen Hasse.

Der Autor der Studie hat für seine Untersuchung einen Fragenkatalog an mehr als 100 Makler in der Bundesrepublik verschickt. Bei der Auswertung habe sich gezeigt, dass in einigen Extremfällen Immobilien sogar unverkäuflich geworden seien.

Für Wolfgang Grasse, Vorsitzender des Ring Deutscher Makler in Niedersachsen, birgt die Studie keine Überraschung: "In den Küstenregionen sowie in den südlich von Hamburg liegenden Landkreisen Harburg, Lüneburg und Stade, wo in den vergangenen Jahren zahlreiche Windkraftanlagen errichtet wurden, häufen sich seit geraumer Zeit die Klagen von Hauseigentümern und Maklern über den drastischen Wertverfall von Eigenheimen in der Nähe der Rotoranlagen."

Grund sei nicht nur, dass sich viele von den Geräuschen belästigt fühlten und auch die Landschaftsästhetik beeinträchtigt sähen; weit mehr noch würden die rotierenden Schattenwürfe der Propellerblätter als "extrem störend empfunden", sagt Grasse. Auch in der Studie wird dieses subjektive Störungsempfinden als eine der Hauptursachen für den Wertverlust ausgemacht. Danach verlieren Immobilien, die nördlich von Windkraftanlagen und damit im Schattenwurfbereich liegen, erheblich stärker an Wert als Häuser, die südlich der Energieerzeugungsanlagen stehen.

Bisher waren Klagen von Anliegern gegen die Betreiber der Windkraftanlagen oder gegen Kommunen, die sie genehmigt hatten, fast immer erfolglos, sagt Hasse. "Dass die Eigentümer dadurch gezwungen sind, den Wertverlust hinzunehmen, kommt fast einer Zwangs-Teilenteignung gleich."

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