WHO: Gentechnik nicht gefährlich

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Landwirtschaft: Weltgesundheits-Organisation spricht sich für Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen aus. Mehr Sicherheitsstudien gefordert.

Genetisch veränderte Lebensmittel, sogenannte GMO, stellen nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine Gefahr für den Menschen dar. In einer Studie, die gestern in Genf veröffentlicht wurde, hieß es, die veränderten Lebensmittel seien nicht gefährlicher als die konventionellen.

Gleichzeitig fordert die WHO allerdings, vor einer Markteinführung weiterhin umfassende Sicherheitsstudien durchzuführen, die mögliche Schäden für die Gesundheit und die Umwelt aufdecken könnten. Denn "viele, aber nicht alle Gene waren vorher nicht in den Lebensmitteln enthalten", heißt es in dem Bericht weiter. Zumeist würden DNA-Sequenzen einer Pflanze verändert, um eine gewünschte Eigenschaft zu erhalten, zum Beispiel die Resistenz gegen ein Insekt.

Die Organisation verwies auch auf einen indirekten Nutzen der GMO. So könne der Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft reduziert werden, während sich das Einkommen der Landwirte erhöhe und die Nahrungsmittelsicherheit in den Entwicklungsländern wachse. Seit die ersten GMO inden 90er Jahren eingeführt wurden, ist der Markt gewachsen und umfaßt neben Mais, Soja und Raps auch Baumwollpflanzen, Papaya, Tomaten, Reis, Kürbis, Zuckerrüben und Tomaten. "Es wird geschätzt, daß GMO fast vier Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Flächen ausmachen", hieß es.

Im vergangenen Jahr arbeiteten sieben Millionen Bauern in 18 Ländern mit den gentechnisch veränderten Pflanzen. Der Einsatz der GMO konzentrierte sich nach Angaben der WHO auf sieben Länder. An der Spitze stehen mit 47,6 Millionen Hektar die USA. Sie produzieren damit 59 Prozent der GMO weltweit. Auf Platz zwei folgt Argentinien mit 20 Prozent, gefolgt von Kanada und Brasilien mit je sechs Prozent. China kommt auf fünf Prozent, Paraguay auf zwei und Südafrika auf ein Prozent.

In den vergangenen Jahren sei hauptsächlich daran gearbeitet worden, die Pflanzen resistent gegen Insektenvernichter zu machen. Der Wunsch nach einem direkten Schutz vor Insekten war der zweite Grund für den Einsatz dieser Pflanzen. In Zukunft werde die Forschung sich wohl darauf konzentrieren, den Nährwert der Pflanzen zu steigern, wie es schon mit dem sogenannten goldenen Reis geschehen sei. Der Reis enthält mehr Vitamin A als der konventionelle Reis.

Mit Hilfe der Gentechnik könne aber auch die Sicherheit der Nahrungsmittel verbessert werden, betonte die WHO. So könnten Allergene ausgeschaltet oder Toxine entfernt werden.

Die WHO räumte jedoch auch ein, daß die Konsumenten noch skeptisch seien. In Umfragen habe sich gezeigt, daß "der skeptische Verbraucher Argumente für und gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel anerkennt und nicht "null Risiko" fordert", hieß es in dem 76seitigen Bericht. Menschen, die gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnten, könnten aber den Einsatz der Biotechnologie in der Medizin unterstützen. Für die Menschen scheine es wichtig, daß Gentechnik der Gesellschaft Gewinn bringe.

( ap )