Kongress: Anfang Februar tagt die Nordwestdeutsche Gesellschaft für innere Medizin in der Hamburger Handelskammer

Resistente Tuberkulosekeime breiten sich in Deutschland immer weiter aus

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Cornelia Werner

Neue Forschungsergebnisse zur Tuberkulose und Entstehung von Verengungen der Herzkranzgefäße zwei Schwerpunktthemen der 134. Jahrestagung der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin, die am 1. und 2. Februar in der Hamburger Handelskammer stattfindet. "Es werden neue Ergebnisse zur zunehmenden Verbreitung von resistenten Tuberkulosekeimen in Deutschland dargestellt", sagt Prof. Ullrich Fölsch, Vorsitzender des Kongresses und Direktor der Klinik für Allgemeine Innere Medizin am Uni-Klinikum Kiel. Mittlerweile gibt es Tuberkulose-Erreger (Mykobakterien), die gegen zahlreiche Medikamente resistent sind. "Auf diesem Gebiet muss intensiv geforscht werden, um neue Medikamente zu entwickeln und einen Test, mit dem sich Resistenzen schnell feststellen lassen", so Fölsch.

Ein weiteres Thema sind Kompetenznetze zu bestimmten Erkrankungen. Das sind Zusammenschlüsse von Forschungseinrichtungen, Kliniken und Praxen mit dem Ziel, aktuelle Forschungsergebnisse schnell in die Versorgung der Patienten einzuführen und so die Qualität der Behandlung zu verbessern. Auf dem Kongress werden Kompetenznetze vorgestellt, z. B. für Hepatitis und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

Auch für die Behandlung von Tumoren gibt es ein solches Kompetenznetz speziell für Leukämien. "Je mehr wir über molekulare Fehlregulationen bei Krebserkrankungen wissen, umso gezielter können wir sie bekämpfen. So ist es jetzt möglich, unterschiedliche Leukämieformen besser voneinander abzugrenzen und zu behandeln."

Zudem stehen zwei Themen auf dem Programm, bei denen unterschiedliche Verfahren kontrovers diskutiert werden. "Dabei geht es um die Frage, ob bei der Untersuchung der Herzkranzgefäße eine für den Patienten schonendere Computertomografie sinnvoller ist oder eine Herzkatheteruntersuchung", sagt Fölsch.

Auch bei der Untersuchung des Darms steht zur Diskussion, ob eine "virtuelle Koloskopie" mithilfe von Computertomografie oder Kernspin eine Alternative zur Darmspiegelung ist oder nicht.

Vorgestellt werden Forschungsergebnisse zur Entstehung von Erkrankungen der Herzkranzgefäße. "Forscher in unserer Klinik haben in den Herzkranzgefäßen dieser Patienten Fragmente von Bakterien gefunden, die für eine Entzündung sprechen. Und es gibt Hinweise, dass an der Entstehung dieser Erkrankung genetische Veränderungen beteiligt sind."

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