28./29. März 2009

An unserem letzten Tag in Tokio genießen mein Mitarbeiter Dr. Ralf Grote und ich die unbeschreibliche Schönheit der Kirschblüte. Wir haben großes Glück, dass die Bäume in diesem Jahr genau während unseres Aufenthaltes blühen.

Tokio: An unserem letzten Tag in Tokio genießen mein Mitarbeiter Dr. Ralf Grote und ich die unbeschreibliche Schönheit der Kirschblüte. Wir haben großes Glück, dass die Bäume in diesem Jahr genau während unseres Aufenthaltes blühen. Wir fahren mit der S-Bahn in den Norden Tokios zum Ueno Park. In der etwa 10 Tage dauernden Kirschblüte kommen täglich bis zu 250.000 Menschen in diesen Park, der mit über 1000 Kirschbäumen ein beliebtes Ziel für Naturfreunde ist.

Das Beobachten der Kirschblüten ist eine große Tradition für jung und alt. Es hat sogar einen eigenen Namen: Hanami, was wörtlich übersetzt "Blühten betrachten" heißt. Abends -und am Wochenende auch schon vormittags - werden in den Parks ausgelassene Hanami-Partys gefeiert. Familien und Arbeitskollegen feiern dann mit japanischen Snacks und reichlich Sake. Schon in den frühen Morgenstunden werden dafür junge Männer abkommandiert, die den schönsten Platz unter einem der Bäume sichern und mit einer blauen Plastikplane auslegen. Wir sind begeistert von der fröhlichen Stimmung an diesem Samstagmorgen und beschließen, uns auch auf einen kleinen Imbiss unter den Kirschbäumen niederzulassen. Japanisch effizient ist auch die Müllentsorgung organisiert: Alle 20 Meter stehen große Müllsäcke, in denen Papier-, Glas- und Plastikabfälle feinsäuberlich getrennt deponiert werden können. Das Feiern der Kirschblüten hat im ganzen Land Tradition. Die Blühten sind ein Zeichen des Frühlings und des Neuanfangs. Für viele Japaner symbolisieren die blühenden Kirschbäume vor allem die Vergänglichkeit der Schönheit und des Lebens. Sie glauben, dass das Leben jedes Einzelnen mit der Kirschblüte vergleichbar ist: Beide blühen nur für sehr kurze Zeit - und die sollte gut genutzt werden.

Auf dem Rückweg ins Hotel besuchen wir noch eine der phantastisch sortierten Lebensmittelabteilungen. Obst und Gemüse, oft einzeln verpackt, sind deutlich teurer als in Deutschland. Auch für das besonders zarte Kobe-Rindfleisch kann man ein Vermögen ausgeben. Für 1 kg bezahlt man mindestens 300 Euro. Ein beliebtes Geschenk sind dekorativ aussehende Netzmelonen. Für besonders ebenmäßige Exemplare zahlen Liebhaber bis zu 120 Euro.

Ich nutze den Nachmittag noch für einen Bummel durch das schicke Viertel Aoyama. Hier haben alle namhaften Designer ihre Flagship Stores. Bedingt durch den starken Yen, ist das Einkaufen in Tokio aber deutlich teurer als in Deutschland. Macht aber auch nichts, da mein Koffer schon so durch die vielen Geschenke, die ich bekommen habe, bis zum Rand gefüllt ist. Morgen geht es um die Mittagszeit zurück nach Hamburg. Die Reise wird inklusive Umstieg in London 18 Stunden dauern. Ich hoffe, ich kann den Frühling aus Tokio mitbringen, denn das Wetter in Hamburg soll in der letzten Wochen ja wirklich scheußlich gewesen sein.