"Curiosity"

Dieses Panoramabild vom Mars bezaubert die Wissenschaftler

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abendblatt.de

Der Rover "Curiosity" hat eine 360-Grad-Aufnahme des Gale-Kraters zur Erde gesendet. Bilder liefern Hinweise auf Gesteinsstruktur.

Pasadena/Washington. Postkarte vom Mars: Der NASA-Roboter „Curiosity“ hat sein erstes farbiges Panorama-Foto vom Roten Planeten zur Erde geschickt. Die 360-Grad-Aufnahme des Gale-Kraters ist das bisher spektakulärste Bildmaterial, dass die Sonde seit ihrer Landung auf dem Mars am Sonntag an die Bodenstation im kalifornischen Pasadena geliefert hat.

Roter Staub, dunkle Sanddünen, dunkelgelb gefärbte Berge – das Naturspektakel auf dem Mars ist bezaubernd für das menschliche Auge. Die Wissenschaftler in der Bodenstation gerieten auch sogleich ins Schwärmen. „Es ist wunderschön, endlich die Farben in dem Gelände zu sehen“, sagte Missionsmitglied Jim Bell von der Arizona State University. „Es wäre so aufregend, einmal dorthin zu reisen, aber es ist viel zu weit weg“, sagte Dawn Sumner von der Universität von Kalifornien.

Fotos mit noch besserer Qualität erwartet

Fotos, die der Rover mit einem Kameramast von sich selbst aufgenommen hat, verblüffen unterdessen die Experten. „Wir sehen relativ große Kieselsteine auf der Oberfläche des Roboters“, sagte Nasa-Manager Mike Watkins. „Das ist zwar kein Problem für alles, was wir vorhaben, aber es hat uns sehr verwundert. Wir hatten nicht gedacht, dass wir bei der Landung so große Steine aufwirbeln würden.“ Eventuell sei das Material leichter als zunächst gedacht.

In den kommenden Tagen würden weiter die Instrumente an Bord des Rovers geprüft und neue Software hochgeladen, sagte Nasa-Manager Mike Watkins. „„Curiosity“ benimmt sich weiter fehlerlos.“

Zwar funktionieren inzwischen die Antennen, trotzdem läuft die Kommunikation mit dem Rover weiter hauptsächlich über Marssonden. „Deswegen haben wir jeden Tag nur einige Momente, wenn die kreisenden Sonden gerade über dem Rover sind, um Daten hochzuladen“, sagte Nasa-Manager Andy Mishkin. „Wir schreiben also jeden Tag neue Software-Programme, die dann auf dem Rover zum ersten Mal funktionieren müssen. Daran arbeitet unser Team etwa 16 Stunden am Tag.“ Knapp 1000 Computerbefehle würden jeden Tag zum Rover geschickt. Der Marsrover war am Montag nach rund acht Monaten Flug gelandet. Es ist die teuerste und technisch ausgefeilteste Mission, die je zum Roten Planeten geschickt worden ist.

Der Roboter war nach fast neunmonatiger Reise durchs All wohlbehalten auf dem Mars gelandet. Der neu konstruierte Rover hat die Größe eines kleinen Autos mit sechs Rädern und wiegt fast eine Tonne. „Curiosity“ soll die Lebensbedingungen auf dem Mars erforschen und unter anderem im Boden nach Spuren von Kohlenstoff suchen, der eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Leben ist. Dazu hat die mit Atomantrieb ausgerüstete Sonde eine Reihe von wissenschaftlichen Geräten, Kameras und eine Wetterstation an Bord. Der Einsatz ist zunächst auf 23 Monate angelegt. (dapd/dpa)