Eiszeit-Tiere im Boden von Los Angeles

Mitten in Los Angeles graben Archäologen nach Relikten der Eiszeit: Elefantenähnliche Mastodonten oder Säbelzahntiger haben sie im Boden unter der kalifornischen Metropole freigelegt.

Jedes Jahr im Sommer beginnt die Suche neu. Zwischen weltbekannten Museen und befahrenen Straßen tauchen die Forscher fünf Meter tief in das "Mekka der Eiszeit-Säuger", schwärmt Shelley Cox, die für die Laborarbeiten der Fundstelle La Brea Tar Pits zuständig ist. Vier Millionen Schädel, Knochen oder Krallen wurden ausgegraben, von Tieren, denen der sumpfige Teer im Becken von Los Angeles vor bis zu 40 000 Jahren zur tödlichen Falle wurde.

Die Wissenschaftlerin Cox steht zwischen Regalen, die bis unter die Decke reichen und unzählige mit den Schildern "Zur Reinigung" oder "Zur Katalogisierung" versehene Objekte bewahren. Allein im vergangenen Jahr wurden 3000 Funde gezählt, vom Mäusekieferknochen bis zum Mastodonoberschenkel. Und immer wieder findet sich ein besonderes Stück: So wurde das komplette 30 000 Jahre alte Skelett eines Säbelzahntigers gefunden. "Das ist die weltweit größte Ansammlung von Fossilien aus der Eiszeit", erzählt der Kurator John Harris. "Noch in 20 Jahren werden wir hier Knochen herausholen."