München

Forscher kommen dem Grund für Übergewicht näher

München. Forscher des Helmholtz-Zentrums in München sind der Antwort auf die Frage nähergekommen, warum Menschen zu dick werden. Mithilfe eines neuen 3-D-Verfahrens konnten sie eine populäre Annahme zum Fettgewebshormon Leptin widerlegen.

Wird ein Mensch nicht mehr satt, kann das an einer Leptin-Resistenz liegen. Bislang gingen Forscher davon aus, dass die Ursache für eine Resistenz in einem gestörten Transportweg des Leptins in das Gehirn liegen könnte. Die Wissenschaftler machten nun bei Mäusen den Weg des Hormons im Gehirn sichtbar. Das satt machende Leptin gelangte sowohl bei dünnen als auch bei dicken Mäusen in ausreichender Menge ins Gehirn, schreiben die Autoren im „International Journal of Obesity“. „Nun können wir die Ursache von Leptin-Resistenz eingrenzen“, sagte Paul Pfluger vom Institut für Diabetes und Adipositas des Helmholtz-Zentrums. Sie könne etwa in den Nervenzellen selbst liegen. „Sind alle Abläufe in unserem Sättigungsverhalten entschlüsselt, können wir neue Therapien gegen Fettleibigkeit entwickeln.“