Erfurt

Ärztliche Versorgerteams für Pflegeheimbewohner im Test

Erfurt. Im Saarland startet am 1. April ein dreijähriges Projekt zur besseren medizinischen Versorgung von Bewohnern in Altenpflegeeinrichtungen. Das kleinste Flächenbundesland eigne sich aufgrund seiner Strukturen besonders für das Testprojekt, erklärte die Barmer-Landesgeschäftsführerin für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Dunja Kleis, in Saarbrücken. Der Bund fördere das Projekt aus seinem Innovationsfonds mit 5,5 Millionen Euro.

Konkret bilden bei dem Projekt „Saarphir“ (Saarländische Pflegeheimversorgung Integriert Regelhaft) den Angaben zufolge niedergelassene Ärzte regionale Versorgerteams, die für Altenpflegeeinrichtungen erreichbar sind. Geschulte Pflegekräfte stünden wiederum den Ärzten als Ansprechpartner zur Verfügung. Gemeinsam sollen sie individuelle Versorgungspläne für die Bewohner erstellen.

Die zentrale Steuerung übernehmen laut Kleis die Kassenärztliche Vereinigung und die saarländische Pflegegesellschaft. Die Teilnahme sei für Ärzte, Bewohner und Einrichtungen freiwillig. Das Projekt startet in Saarbrücken und soll Stück für Stück auf das ganze Saarland ausgeweitet werden.

Der Vorsitzende der saarländischen Pflegegesellschaft, Harald Kilian, betonte, jede Krankenhauseinweisung, die verhindert werden könne, sei ein Gewinn für die Patienten und die Pflegekräfte. Das Projekt könne zudem bei Erfolg ohne größere Probleme in die Regelversorgung integriert werden.

Der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, Joachim Meiser, erklärte, dass das Projekt auch den Blick auf eine sinnvolle Medikamentenversorgung richten solle. Bei Erkrankungen wie Parkinson, Herzinsuffizienz oder Demenz erhielten die Patienten oft viele unterschiedliche Medikamente.

„Wenn man alle leitliniengerecht behandelt, nimmt jeder 35 Tabletten, und kein Mensch weiß mehr, ob das noch gesund ist“, sagte der Mediziner. Eine bessere Abstimmung unter Ärzten und Pflegepersonal solle die Menge der verordneten Medikamente und damit mögliche Wechselwirkungen verringern.