Alarm in Australien: Säugetiere sterben schneller aus als gedacht

Darwin. Eine neue Studie weckt Besorgnis um die Tiere Australiens. Nach einer Auswertung von 3000 Studien kommen australische Forscher zu dem Schluss, dass die einzigartige Tierwelt des Kontinents stärker gefährdet ist als bislang bekannt. Schuld seien wahrscheinlich vor allem eingeschleppte Arten wie Katzen und Rotfüchse, die heimische Tiere fressen, schreiben die Forscher im Fachjournal „PNAS“.

In anderen Weltregionen sind Tiere nach Angaben der Autoren vor allem deshalb gefährdet, weil Menschen ihren Lebensraum beschneiden.

Das Ausmaß des Verlustes sei bislang nicht bekannt gewesen, sagte Autor John Woinarski von der Charles-Darwin-Universität in Darwin. Die Regierung liste 20 Arten auf. In Wirklichkeit seien es mindestens 28. Es müsse viel mehr für den Schutz der bedrohten Arten getan werden. In den vergangenen gut 200 Jahren seien in Australien mehr als zehn Prozent der einst 273 einheimischen Säugetiere ausgestorben, schreiben Woinarski und seine Kollegen. Darunter seien etwa das Nacktbrustkänguru oder die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte. Jede fünfte Art gelte als gefährdet, und es deute alles darauf hin, dass weiterhin alle zehn Jahre ein bis zwei Arten aussterben. In den USA sei seit Beginn der europäischen Besiedlung nur ein Säugetier ausgestorben.

( (dpa) )

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