Forscher planen dreidimensionalen Weltraumatlas

Bielefeld/Bonn. Die Pläne zur Erforschung des Weltalls mit dem weltweit größten Radioteleskop nehmen Form an. Wissenschaftler aus mehr als zehn Nationen, darunter auch Kosmologen aus Bielefeld und Bonn, haben am Montag eine Sammlung wissenschaftlicher Artikel online veröffentlicht, in denen sie das gigantische Experiment genauer vorstellen. Die größte Teleskopanlage der Welt, kurz SKA für „Square Kilometre Array“, soll aus tausenden per Glasfaserkabel vernetzten Antennen in Afrika und Australien ab 2018 entstehen. Erste Beobachtungen sollen rund zwei Jahre später möglich sein.

Ziel sei es unter anderem, einen dreidimensionalen Weltraumatlas zu erstellen, der einen Blick bis ins frühe Universum erlaube. „Wenn wir wissen, wie das Universum aufgebaut ist, können wir berechnen, wie sich das frühe Universum kurz nach dem Urknall verhalten hat“, erläuterte Dominik Schwarz von der Uni Bielefeld. Außerdem soll es möglich sein, mit vergleichenden Echtzeitmessungen festzustellen, wie sich die Ausdehnung des Weltraums beschleunigt, sagte Rainer Klöckner vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn.

Ob das mehr als 1,5 Milliarden Euro teure Projekt auf deutsche Forschungsmittel hoffen kann, ist unklar: 2014 hatte das Bundesforschungsministerium angekündigt, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Sofern SKA die nötige Reife erlangt habe, stehe es deutschen Forschern aber frei, sich wieder um finanzielle Mittel zu bewerben, sagte eine Sprecherin am Montag.