Antarktis-Forscher entdecken riesigen Krater im Eis

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Bremerhaven. So etwas hatten die drei Geophysiker noch nie in der Antarktis gesehen: Als Graeme Eagles, Christian Müller und Tobias Binder mit dem Forschungsflugzeug „Polar 6“ kurz vor Weihnachten über das König-Baudouin-Schelfeis flogen, erblickten sie einen riesigen Krater im Eisfeld. Der Ring hatte einen Durchmesser von rund zwei Kilometern. Die drei Männer hatten denselben Gedanken: Die Form konnte nur durch den Einschlag eines riesigen Meteoriten verursacht worden sein. „Weil die Struktur so auffällig konzentrisch-kreisförmig ist“, erklärt Expeditionsleiter Eagles vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven.

Sollte die Vermutung stimmen, dann hatte der Meteorit einen Durchmesser von 100 Metern. „Einer 2006er Studie zufolge erlebt die Erde so einen Einschlag einmal in 5200 Jahren“, erklärt Eagles, der mit seinem Team noch bis Februar Messungen zur geodynamischen Entwicklung des Afrika zugewandten Teils der Antarktis macht.

Der Fund von Gesteinen aus dem All in der Antarktis sei nichts Außergewöhnliches, sagt Tobias Binder. Die Körper werden durch die Kälte vor Korrosion geschützt, und da sie meist dunkel sind, sind sie leicht zu erkennen.

Zunächst vermuteten die Forscher, dass der Krater 2004 bei einem Meteoriteneinschlag entstanden ist, der unweit der Fundstelle von amerikanischen und kanadischen Forschern registriert worden war. Doch inzwischen schließen die Forscher das aus. „Mittlerweile haben wir Satellitenbilder der 90er-Jahre gesehen, wo die Struktur schon abgelichtet worden ist“, erläutert Eagles. Bislang ist der Aufprall als Ursache für den Krater nur eine Vermutung der Forscher. Doch in der Literatur fanden sie keine andere Erklärung für solch einen Kreis in einer auf dem Meer schwimmenden Eisdecke.

Sobald die Forscher wieder zurück in Bremerhaven sind, werden sie die mithilfe eines Radars und eines Lasersystems gemessenen geophysikalischen Daten vom Krater auswerten. Sollte die Vermutung zur Gewissheit werden, sind weitere Untersuchungen an der Einschlagstelle geplant.